Verteidigung : Japan plant Raketenschild zum Schutz vor Nordkorea

Raketenschilde scheinen in Mode zu kommen. Nach den USA plant jetzt auch Japan eine derartige Abwehr. Laut einem Verteidigungsbericht soll das System so "schnell wie möglich" fertiggestellt werden.

TokioNach den USA plant nun auch Japan die baldige Errichtung eines Raketenschilds zum Schutz vor möglichen Angriffen Nordkoreas. "Es ist notwendig, die Errichtung eines Raketenverteidigungssystems so schnell wie möglich abzuschließen", hieß es in einem Jahresbericht des japanischen Verteidigungsministeriums, der von der Regierung gebilligt wurde. Nordkoreas Waffen seien mittlerweile besser einsetzbar. Außerdem arbeite das stalinistisch geführte Land weiter an der Verbesserung seiner Raketen, um ganz Ostasien sowie den Norden Australiens und den US-Bundesstaat Alaska erreichen zu können, hieß es in dem Bericht weiter.
  
Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Nordkorea müsse Japan seine Zusammenarbeit mit der US-Armee ausdehnen, empfahl der Verteidigungsbericht. Japans neue Verteidigungsministerin Yuriko Koike hatte bei ihrer Amtseinführung am Mittwoch Nordkorea als Besorgnis erregendes Sicherheitsrisiko für ihr Land bezeichnet. Tokio hat für das Raketensystem im bis März 2008 dauernden Haushaltsjahr 161 Milliarden Yen (1,18 Milliarden Euro) eingeplant.
  
Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Raketentests vorgenommen, zuletzt Anfang Juni. Nach Pjöngjangs erstem Atom-Raketentest im Oktober hatte sich die nordkoreanische Führung im Februar mit Japan, Südkorea, China, den USA und Russland auf ein Abkommen über einen Stopp des Atomprogramms geeinigt. (mit AFP)