Der Tagesspiegel : Verwahrloste Geschwister werden befragt Morgen entscheidet sich, ob sie nach Hause müssen

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Schon am Montag wird sich voraussichtlich das Schicksal der vier Kinder entscheiden, die am Donnerstag von der Polizei wegen Verdachts der Vernachlässigung in Obhut des Jugendamtes übergeben wurden. Dies sagte der Jugendstadtrat von Treptow-Köpenick, Joachim Stahr, gestern. Dazu werde am Montag noch einmal mit den vier Kindern gesprochen. Entschieden werde dann von den beteiligten Sozialarbeitern, sagte Stahr, „nicht von mir“. Ob sie wieder nach Hause müssen, hänge vor allem davon ab, ob die Kinder tatsächlich geschlagen wurden, wie der älteste Sohn am Donnerstag seiner Lehrerin erzählt hatte. Diese hatte daraufhin die Polizei gerufen. David (8), Adrian (7) und Celine (6) wurden von der Schule ins Heim gebracht, der dreijährige Louis wurde im Kindergarten abgeholt. Nach Polizeiangaben waren in der Rahnsdorfer Wohnung an die Kinderbetten vier Hunde angeleint, die offenbar nicht Gassi geführt wurden. Kot und Urin seien nur notdürftig beseitigt worden, teilte die Polizei mit. Die Lebensmittel im Haus seien teilweise verdorben gewesen. Die Eltern, die in einem Verlag arbeiten, waren bei der Hausdurchsuchung nicht dabei.

Die Lehrerin hatte schon vor neun Monaten das Jugendamt informiert, dass die Kinder „streng riechen“ und ihre Klassenkameraden um Essen anbetteln. Als sich das Jugendamt bei den Eltern meldete, hätten diese kategorisch jeden Kontakt abgeblockt und sogar einen Anwalt eingeschaltet, sagte Stahr. Zum ersten Mal habe das Jugendamt am Donnerstagnachmittag, nachdem die Kinder in Obhut genommen waren, mit den Eltern in deren Haus gesprochen. Dabei hätten die 33 Jahre alte Mutter und der 49-jährige Vater bestritten, ihre Kinder zu schlagen.

Der Stadtrat betonte, dass Kinder nur dauerhaft den Eltern weggenommen werden könnten und sollten, wenn es eindeutige Misshandlungsspuren gebe. „Dreck reicht nicht“, sagte der CDU-Politiker. „Kinder rauszunehmen, ist immer das letzte Mittel.“ Vorstellbar sei, den Eltern eine Familienhelferin an die Seite zu stellen oder regelmäßige Wohnungskontrollen aufzuerlegen. Sollten sich die Eltern weigern, könne ein Familiengericht die Kontrollen anordnen, sagte Stahr. Ha

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