Der Tagesspiegel : Verwirrung um Kaufabsichten von NPD-Anwalt

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Potsdam/Plattenburg - NPD-Anwalt Jürgen Rieger will angeblich doch nicht das einstige LPG-Anwesen in Plattenburg-Kleinow (Prignitz) kaufen. Die Baracken seien asbestbelastet, womöglich sei auch der Boden verseucht, sagte Rieger gestern der Agentur dpa. In einer NPD- Mitteilung war von einer „Medienente“ und „gezielter Hysterisierung“ die Rede. Sicherheitskreise reagierten skeptisch: Denkbar sei ein Täuschungsmanöver der Rechtsextremisten, möglicherweise werde Rieger einen Strohmann vorschicken. Andererseits könnte auch der massive öffentliche Widerstand in der Prignitz und in der Landesregierung Rieger zum Rückzug veranlasst haben, um eine Niederlage wie in Delmenhorst zu vermeiden. In der niedersächsischen Kleinstadt war Rieger kürzlich mit dem Versuch gescheitert, ein Hotel zu erwerben.

Eine Sprecherin des Innenministeriums betonte, es werde weiter aufmerksam beobachtet, was sich in der Prignitz tut. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte am Donnerstag berichtet, Riegers Kaufabsicht sei bekannt. Ungeachtet der jüngsten Äußerungen Riegers lädt Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) für Mittwoch zu einem Runden Tisch in Plattenburg ein. Unterstützung erhielten die Nazi-Gegner auch von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Die Kleinower zeigten beispielhaft, „dass für rechtsextremes Gedankengut in unserer Gesellschaft kein Platz ist“, sagte Thierse gestern. fan

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