Der Tagesspiegel : Verzaubert

Zur siebten Potsdamer Schlössernacht flanierten 32 000 Gäste durch den erleuchteten Park Sanssouci

Claus-Dieter Steyer

Potsdam - Flanieren, Staunen, Applaudieren – die Potsdamer Schlössernacht hat auch bei ihrer siebten Auflage keine Faszination eingebüßt. Wie in den vergangenen Jahren war die Zahl der angebotenen Karten zum Schutz der wertvollen Bauten und Gärten im Park Sanssouci auf 32 000 begrenzt worden. Wer ein Ticket erhalten hatte, wurde an den vielen zauberhaft beleuchteten Orten nicht enttäuscht. Mehr als 400 Künstler aus sieben Ländern unterhielten das Publikum zwischen Neuem Palais und Schloss Sanssouci auf 21 Bühnen.

Unter dem Motto „Auf Floras Spuren“ präsentierten Gärtner farbenprächtige Pflanzungen, die im Licht der Scheinwerfer, Laternen und Fackeln eine einzigartige Stimmung verbreiteten. Insgesamt konnten die Gäste auf 15 Kilometer erleuchteten Parkwegen spazieren. Auf gute Resonanz stießen die erstmals angebotenen Parkführungen.

Vorträge gaben Einblicke in die Geschichte der Zierpflanzen. So erfuhren die Gäste, dass weder zu Zeiten Friedrichs des Großen noch von Peter Joseph Lenné vielfarbige Blumenrabatten zu finden waren. Diese hatten erst im 20. Jahrhundert ihre buchstäbliche Blütezeit. Erstmals konnten die Besucher über zwei neue Brücken zum Maschinenteich an den Römischen Bädern laufen. 75 000 Euro aus dem Erlös des Kartenverkaufs im Vorjahr trugen zum Wiederaufbau der historischen Übergänge bei, die einen ganz neuen Blick auf die Anlage Friedrich Wilhelm Schinkels erlauben. In diesem Jahr unterstützen die Besucher mit ihrem Kartenkauf die Restaurierung der vier mächtigen Marmorsäulen vor den Weinbergterrassen des Schlosses Sanssouci. Sie waren einst ein Geschenk des bayerischen Königs Ludwig I. an Friedrich Wilhelm IV. und gleichen denen der Walhalla in Regensburg.

Interessenten an der achten Potsdamer Schlössernacht am 19. August 2006 sollten sich den 10. Dezember vormerken. An diesem Tag beginnt der bundesweite Kartenverkauf. Im vergangenen Jahr waren die diesmal 28 Euro teuren Tickets binnen drei Stunden vergriffen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar