VETERANEN ZU GAST AUF DER ILA : Luftbrückenpiloten im Memorial Pavillon

ONKEL WACKELFLÜGEL

Er war der „Chocolate Uncle“, manche nannten ihn auch „Captain America“. Am meisten mochte Gail Halvorsen aber dem Spitznamen „Uncle Wiggly Wings“ – Onkel Wackelflügel. Wenn er während der Luftbrücke kleine Fallschirme mit Kaugummis und Schokoriegeln aus seiner DC-3 warf, wackelte er mit den Tragflächen – damit die Kinder wussten, dass Süßigkeiten kommen.

DANK VON MERKEL

Halverson ist mit 86 Jahren mal wieder einmal in Berlin – genauer auf der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung (ILA) in Schönefeld. Dort wurden er und andere Piloten der Luftbrücke am Memorial Pavillon der ILA von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt: „Ihr Beispiel zeigt, dass sich durch Mut, Tapferkeit und Standfestigkeit in der Politik bedeutende Dinge erreichen lassen.“ Und: „Ohne die Luftbrücke hätte sich die Geschichte anders entwickelt.“

DIE ERINNERUNG LEBT

Halvorsen hat sich noch einmal so gekleidet wie damals – olivgrüne Uniform, rotes Fliegertuch. Um seinen Hals baumelt zusätzlich das Bundesverdienstkreuz, das er 1974 vom damaligen Berliner Bürgermeister Klaus Schütz (SPD) überreicht bekam. Die Lufthansa hat ihn und die anderen Veteranen mit ihren Familie einfliegen lassen. Ihr Aufenthalt ist Teil der Erinnerung an den Beginn der Blockade West-Berlins vor 60 Jahren: Am 23. Juni 1948 trafen die ersten Transportflugzeuge zur Versorgung der Bevölkerung ein. Halvorsen kann sich auf der ILA kaum retten vor Menschen, die seine Hand schütteln wollen. Sein Mythos lebt auch nach 60 Jahren noch. Ein Vier-Sterne-General der US Air Force lässt sich mit ihm fotografieren. „Er repräsentiert amerikanische Güte. Wir sind da sehr stolz drauf“, sagt er hinterher.

TREFFEN MIT BERLINERN

An den Publikumstagen der ILA können die Besucher Halvorsen und 27 weitere amerikanischen Luftbrückenpiloten im Memorial Pavillon auf dem ILA- Gelände treffen: Freitag von 12 Uhr bis 12.30 Uhr und Sonnabend von 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr stehen die Veteranen für Fotos und Fragen zur Verfügung. Bis dahin erkunden sie das Berlin von heute – natürlich inklusive einem Abstecher zum Flughafen Tempelhof. mj

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