Der Tagesspiegel : Vier Städte hoffen auf Nationalmannschaften

Bald nach der heutigen WM-Auslosung wählen die Teams ihre Quartiere. Potsdam, Bad Saarow, Rheinsberg und Kienbaum sind dabei im Rennen

Claus-Dieter Steyer

Potsdam - In drei Brandenburger Hotels und im Bundesleistungszentrum Kienbaum östlich Berlins wird am heutigen Freitag die Auslosung der Vorrunden- Gruppen für die Fußball-WM mit besonderer Spannung verfolgt. Denn noch haben sich nur wenige Mannschaften bereits für ihr Quartier während des Turniers in Deutschland entschieden. Sie warten noch auf die Bekanntgabe der ersten Spielorte, zu denen sie dann jeweils anreisen. Mehrere hundert Hotels und Sportzentren haben sich beim Weltfußballverband Fifa als mögliche Gastgeber für eine Mannschaft beworben, 110 kamen auf die Liste, aus der die Teams ihre Wahl treffen.

In Brandenburg rechnen sich besonders das Seminaris-Hotel in Potsdam und das Arosa-Hotel in Bad Saarow gute Chancen aus. Die Potsdamer werben mit der Nähe zu den Spielstädten Berlin, Leipzig und Hamburg, den guten Trainingsmöglichkeiten im benachbarten Stadion Luftschiffhafen und der Lage im Grünen und an der Havel. Wie der Direktor des Seminaris-Hotels, Hartmut Pirl, sagte, haben sich bei ihm bereits drei Späher unterschiedlicher Mannschaften umgesehen. Allerdings sei Verschwiegenheit vereinbart worden. „Sonst fliegen wir sofort von der Fifa-Liste“, sagte Pirl.

Das „Arosa“ in Bad Saarow würde für die Mannschaft einen kompletten Hotelbereich einschließlich der Küche und eines Wellnesskomplexes räumen. Neben einem Fußballfeld stehen drei Golfplätze, eine Tennis- und eine Reithalle zur Verfügung. Zweitligist Energie Cottbus stünde als Trainingspartner bereit.

Rheinsberg hatte sich bei der Vorauswahl der Fifa erst mit dem Hafendorf Marina Wolfsbruch ins Gespräch gebracht. Doch die Anlage musste Insolvenz anmelden, so dass sich die Stadt um einen Ersatz bemühte. Sie fand ihn im Hotel am Linowsee. Der Sportplatz des Rheinsberger Sportclubs Blau-Weiß 90 wird gerade gründlich saniert und erneuert.

Ausgezeichnete Trainingsbedingungen besitzt das Bundesleistungszentrum Kienbaum. Aber manches Team würde hier vielleicht die lockere Atmosphäre eines Hotels vermissen.

Die Fifa bezahlt die Unterbringungskosten für die einzelnen Teams. Deshalb kamen nur Hotels bis zur Vier-Sterne-Kategorie in die engere Auswahl. Etwa 70 Zimmer benötigt eine Mannschaft für ihren ganzen Tross aus Spielern, Trainern, Ärzten, Therapeuten und sonstigen Begleitern. Das Interesse der Hotels ist deshalb so groß, weil sie sich kostenlose Werbung versprechen. Die Entscheidung der Mannschaften wird in den nächsten Tagen erwartet.

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