Der Tagesspiegel : Vier Sterne unter Zipfelmützen

„Villa Cenci“ im apulischen Itria-Tal: Wie ein alter Gutshof schick geworden ist

Telsche Peters

„Trullo“ werden die pittoresken, zipfelbemützten Häuschen genannt, die im Valle d’Itria in der süditalienischen Region Apulien in immer noch großer Zahl zu finden sind. In einigen kann man hausen, in anderen im wahrsten Sinne des Wortes fürstlich logieren – wie in der Villa Cenci mit ihren vier Sternen. Sie liegt mitten auf dem Land, unweit des Städtchens Cisternino. Fünfmützig und strahlend weiß mit blau gestrichenen Fenstern und Türen liegt das Hotel in der sengenden Sonne Apuliens.

Schon seit vielen Jahren dient die Villa Cenci als Herberge, lange Zeit allerdings nur mit drei Sternen dekoriert und auch ein bisschen verstaubt. Bis aus dem fernen Mailand der ehemalige Gucci-Verkaufschef Alberto di Santo kam, sich in die Gegend und das Hotel verliebte und sich mit den ursprünglichen Besitzern zusammentat. Gemeinsam ließen sie das Anwesen, eine Masseria (eine Art apulischer Gutshof) aus dem 17. Jahrhundert, restaurieren und gestalteten es in eine stilsichere Oase zum Wohlfühlen um, in der der Begriff Erholung noch wörtlich genommen werden kann.

Die Villa Cenci ist denkmalgeschützt. Und so war eine der Auflagen der Region Apulien, sich bei der Restaurierung ausschließlich auf apulische Materialien, das heißt Stoffe, Farben, und auch Möbel sowie Accessoires, zu konzentrieren. Das Ergebnis: moderne, aber nicht zu künstlich aufgepeppte Räume. Mutig aber geschmackvoll wurden Farben kombiniert, im Badezimmer zum Beispiel grasgrün und violett.

Die 15 Zimmer und fünf Suiten sind mit Fernsehern, Internetanschluss und Klimaanlage ausgestattet, es gibt einen Fitnessraum und einen großen Swimmingpool. Hinter den Zimmern im Erdgeschoss befindet sich jeweils eine kleine Terrasse. Im ersten Stock hingegen laden Liegestühle auf dem Dach, direkt neben den Zipfelmützen, zum Sonnenbaden ein. Mehrere Räume, auch mit Kamin ausgestattet, können von den Gästen gemeinsam genutzt werden. Die Produkte, die zum Frühstück angeboten werden, stammen aus rein biologischer Landwirtschaft. Ein Restaurant wird in diesem Sommer eröffnet.

Wer sich die Gegend anschauen möchte, dem ist das Itria-Tal mit den mehreren Tausend Trullis ans Herz gelegt. Bis zum Meer sind es nur rund zwölf Kilometer, und sehenswerte Städte wie Alberobello, Locorotondo und Marina Franca sind auch nicht weit. Telsche Peters

Villa Cenci, Loc. Cisternino Contrada Carperi, I-72014 Cisternino; Telefon: 00 39 / 080 / 444 82 08, Internet: www.villa cenci.it, Doppelzimmer mit Frühstück ab 140 Euro pro Nacht

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