Viermalige Weltmeisterin unter Verdacht : Dopingskandal im Biathlon: Russische Zeitung nennt Namen

Im jüngsten Biathlon-Dopingskandal sind erstmals Namen genannt worden. Der russische Sportminister reagierte bestürzt auf die Tatsache, dass es sich ausschließlich um Athleten aus seinem Verband handelt.

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Albina Achatowa (l.) und Jekaterina Jurjewa (2.v.r.) stehen unter Dopingverdacht. -Foto: dpa

Leipzig Die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" hat am Mittwoch erstmals Namen im Zusammenhang mit der jüngsten Dopingaffäre im Biathlon genannt. Nach Angaben des Blattes sollen positive A-Proben der viermaligen Weltmeisterin Albina Achatowa und der Weltcup-Gesamtersten Jekaterina Jurjewa sowie ihres russischen Landsmanns und zweimaligen Staffel-Weltmeisters Dmitri Jaroschenko vorliegen. "Komsomolskaja Prawda" berief sich auf inoffizielle Quellen.

Positive A-Proben zum Weltcup-Auftakt

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) bestätigte die Namen zunächst nicht. Anderthalb Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften im südkoreanischen Pyeongchang hatte die IBU am Dienstag bekannt gegeben, dass bei Kontrollen am Rande des Weltcup-Auftakts im Dezember im schwedischen Östersund A-Proben positiv ausgefallen waren. Aus rechtlichen Gründen hatte der Verband aber weder die Namen noch die betroffenen Landesverbände oder die Art des möglichen Verstoßes genannt.

Bei dem nachgewiesenen Mittel soll es sich nach Aussagen von IBU- Präsident Anders Besseberg gegenüber russischen Medien nicht um das Blutdopingmittel EPO handeln, sondern um eine neue Substanz. Der russische Sportminister Witali Mutko hatte ebenfalls am Dienstag gesagt, dass es sich um Mitglieder der russischen Nationalmannschaft ("Sbornaja") handelt. "Das war für uns ein Schock. Die Situation ist äußerst unangenehm", bekannte er.

Verdächtige haben sich noch nicht geäußert

Die verdächtigten Sportler haben sich öffentlich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie sollen bereits am Montag mit der russischen Mannschaft zum WM-Trainingslager nach Südkorea geflogen sein. Die IBU möchte die Angelegenheit noch vor Beginn der WM geklärt haben. Das hängt auch davon ab, ob die betroffenen Athleten die vorliegenden Ergebnisse akzeptieren oder die Analyse der B-Probe beantragen.

Dazu haben sie sieben Tage nach der Information über die positive A-Probe Zeit. Ihnen droht im Fall von Doping eine zweijährige Sperre, die Streichung aller seit Entnahme der Dopingprobe erzielten Resultate und die Rückgabe von Prämien. Jekaterina Jurjewa hat in diesem Winter zwei Weltrcuprennen in Oberhof und Antholz gewonnen und führt das Weltcup-Klassement an. Achatowa siegte in Hochfilzen und ist derzeit Sechste der Saisonwertung. Jaroschenko hat einen dritten Platz aus Hochfilzen als bestes Saison-Resultat. Im Gesamtweltcup liegt er auf dem 21. Platz. (mbo/dpa)