Der Tagesspiegel : Villa des KZ-Chefs wird Jugendtreff

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Sachsenhausen – Schulklassen und andere Gruppen können künftig auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg übernachten. Gestern begannen dafür die Bauarbeiten an einem Gebäude mit einer besonderen Vergangenheit. Denn die Schlafplätze für 34 Personen entstehen in der einstigen Dienstvilla des Inspekteurs der Konzentrationslager, Theodor Eicke. Das Vorhaben kostet rund 1,25 Millionen Euro, wovon ein großer Teil aus dem so genannten Mauerfonds stammt. Im Sommer nächsten Jahres soll das nach dem polnischen Schriftsteller und ehemaligen KZHäftling Andrzej Szczypiorski benannte Haus Jugendlichen und Erwachsenen für mehrtägige Projektarbeiten zur Verfügung stehen.

Schon seit acht Jahren finden an der „Villa Eicke“ internationale Sommercamps statt. Jugendliche aus zahlreichen Ländern hatten das zwischen 1938 und 1939 von Häftlingen errichtete Gebäude für die jetzt gestarteten Arbeiten vorbereitet. Zuletzt war das Haus von der Nationalen Volksarmee der DDR als Lazarett genutzt worden. Als die Soldaten Anfang 1990 das einstige SS-Truppenlager verließen, begann der Verfall des mehrstöckigen Gebäudes mit einer 500 Quadratmeter großen Nutzfläche. Theodor Eicke war einst Kommandant des KZ Dachau und ließ 1936 den Bau des KZ Sachsenhausen in die Wege leiten. Er baute die berüchtigten SS-Wachverbände zu kampfstarken Einheiten auf, die den Kern der späteren SS-Totenkopfdivision bildeten. Eicke wurde ihr Kommandant. ste

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