Volleyball-EM : Medaillentraum für deutsche Herren so gut wie geplatzt

Die deutschen Volleyball-Herren haben so gut wie keine Chancen mehr auf einen Medaillengewinn bei der EM in Russland. Nachdem das Team von Trainer Muculescu mit 1:3 gegen Spanien unterlag, muss nun gegen Frankreich ein Sieg her.

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Den Sieg verschenkt: Die deutschen Volleyballer unterliegen Spanien mit 1:3. -Foto: dpa

St. PetersburgDer Traum von der ersten EM-Medaille ist für die deutschen Volleyball-Herren so gut wie geplatzt. Das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu unterlag in der Zwischenrunde der EM Tabellenführer Spanien mit 1:3 (19:25, 25:15, 24:26, 24:26) und kann mit zwei Niederlagen belastet nur noch mithilfe der Konkurrenz ins Halbfinale einziehen. Voraussetzung dafür ist ein eigener Sieg am Donnerstag gegen Frankreich. Die deutschen Herren verschenkten in der "Jubilejni"-Halle von St. Petersburg ein besseres Ergebnis, als im dritten und vierten Satz gegen den Europaliga-Sieger Spanien ein größerer Vorsprung und drei Satzbälle vergeben wurden.

Nach großen Annahme-Problemen im ersten Satz lagen die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gleich mit 3:8 zurück und konnten diesen Rückstand nicht mehr wettmachen. Im zweiten Durchgang steigerte sich vor allem der deutsche Block. Stefan Hübner und Max Günthör kamen über die Angriffs-Mitte besser zum Zug, nachdem Moculescu auf der Zustellerposition Simon Tischer für den diesmal glücklosen Frank Dehne eingewechselt hatte. Nach dem souveränen 25:15 verpasste der WM-Neunte im dritten Durchgang nach Fünf-Punkte-Vorsprung und einer 24:22-Führung die große Chance zum Gewinn des Satzes. Das DVV-Team vergab gleich zwei Satzbälle, auch der bis dahin starke Jochen Schöps scheiterte an der spanischen Abwehr.

Zu wenig Konzentration und Wucht

So kam die Mannschaft des italienischen Trainers Andrea Anastasi, der 1999 mit den Azzurri Europameister war, zurück ins Spiel. In der European League hatte Deutschland noch drei von vier Vergleichen gegen die Spanier gewonnen, dabei sogar zweimal einen 0:2-Rückstand aufgeholt. Dieses Mal gelang das nicht, weil in den entscheidenden Situationen auch im vierten Durchgang die nötige Konzentration und vor allem die Wucht fehlten. Wieder konnten ein Zwei-Punkte-Vorsprung kurz vor Schluss und ein Satzball nicht genutzt werden.

So bleibt den Deutschen, die als beste EM-Platzierung bisher vierte Ränge (zuletzt 1993) vorweisen können, nur noch die kleine theoretische Chance auf die erste Medaille. Doch dafür muss am letzten Zwischenrunden-Spieltag nicht nur Frankreich geschlagen werden, sondern auch die Konkurrenz mitspielen. (mit dpa)