Der Tagesspiegel : Vom Chefsessel zur Wartehalle

Auch der ehemalige BVG-Chef Joachim Piefke wurde Berater

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Der Wechsel vom Vergeben eines lukrativen Auftrags zum anschließenden Berater des beauftragten Unternehmens ist nicht neu. 1984 erhielt der badische Unternehmer Hans Wall nach einer europaweiten Ausschreibung von der BVG den Zuschlag für das Aufstellen von tausend Wartehallen an Bushaltestellen. Wall hatte sich gegen einen französischen Konkurrenten durchgesetzt. BVGChef war damals Joachim Piefke, der im vergangenen Sommer gestorben ist. Kurz nach dem Zuschlag an Wall verließ Piefke planmäßig die BVG – und heuerte wenig später als Berater bei Wall an. Er habe die guten Kontakte, die Piefke in seiner langjährigen BVG-Zeit aufgebaut hatte, nutzen wollen, sagte Wall damals. Die öffentliche Kritik an dem Beratervertrag nach einer Veröffentlichung im Tagesspiegel versteht der Unternehmer bis heute nicht. Die förmliche Zusammenarbeit wurde danach aber schnell beendet. Wall hat sich nach dem Tod Piefkes auch noch einmal öffentlich für den damaligen Auftrag bedankt. In seinen Wartehallen ließ er Plakate anbringen: „600 Wall-Mitarbeiter danken für Ihr Vertrauen – Zum Tod von Mr. BVG“. kt

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