Der Tagesspiegel : Von Miethaien und Moderatoren

ari

"Wer wird Vermieter?", fragten sich die Bewohner von zwei Potsdamer Innenstadthäusern lange Zeit und freuten sich, als es Günther Jauch wurde, der Ratequiz-Moderator. Wer sich auf so charmante Art um die Vermögensbildung völlig Fremder kümmert, der würde auch quasi Bekannten gegenüber großzügig auftreten. Soweit die Hoffnung. Doch plötzlich kam es anders: der nette Moderator ein skrupelloser Miethai, das eben noch gern bewohnte Haus in Wirklichkeit eine rostzaunumwickelte Gammelbude, mit Modermief und ramponierter Fassade. Und obendrein hagelte es Kündigungen.

Insgesamt acht Mietparteien beklagten diese unheimliche Verwandlung ihrer Umgebung, in der sie voller Sorgen lebten oder gar unter gesundheitsamtlich besorgniserregenden Umständen: Er habe Ratten in seiner Wohnung klagt der Mieter aus der Dachgeschoss gegenüber der Bild-Zeitung, und niemand kümmere sich darum. Aus dem 1. Stock heißt es, man habe die Kündigung erhalten, nur weil eine Miete etwas verspätet überwiesen worden wäre. Fazit aus dem Obergeschoss: Jauch wolle die Häuser leer kriegen, um sie zu sanieren und dann teuer weiter zu vermieten. Wie Miethaie das eben machen. Angefangen hat der Ärger im Jauch-Haus mit Mieterin und Dreifach-Mutter Ulrike B., die vier Monatsmieten schuldig blieb, um das so gesparte Geld in ihren kleinen Esoterik-Laden zu investieren. Sie erhielt eine fristlose Kündigung, und versprach - kurz bevor der Gerichtstermin anstand - die säumige Miete zu zahlen. Inzwischen gibt es eine Absprache: Die einsichtige Mieterin sucht sich bis 31. März eine neue Bleibe. Und wer wird jetzt Vermieter?

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