Der Tagesspiegel : Von Sushi allein wird man nicht satt

NAME

Marzahn. Wenn Japaner den ganzen Tag im Freien arbeiten, essen sie auch am liebsten echte japanische Hausmannskost: Viel Gemüse und Reis, aber auf keinen Fall Sushi. Das haben drei japanische Gartenmeister, die derzeit den „Japanischen Garten“ im Erholungspark Marzahn gestalten, ihren deutschen Kollegen erst klar machen müssen. Die dachten, die kleinen, pikanten Röllchen wären genau das Richtige nach einem anstrengenden Arbeitstag und ließen das Essen extra von einem japanischen Restaurant nach Marzahn bringen. Doch die drei Experten aus Fernost wunderten sich über die einfallslose Kost und erklärten der Grün Berlin Park und Garten GmbH freundlich, sie würden zwar hin und wieder mal Sushi zu sich nehmen, aber auf Dauer werde man davon nicht satt.

Also startete der Chef der GmbH, Hendrik Gottfriedsen, einen Hilferuf: „Schließlich müssen die Japaner täglich gut gestärkt und frohgemut an ihre Arbeit gehen.“ Immerhin 170 Tonnen Steine müssen auf dem Parkgelände verteilt werden. Shunmyo Masuno, der Professor für Gartenarchitektur, hatte sie eigenhändig im erzgebirgischen Crottendorf ausgesucht. Und tatsächlich nimmt der Park, der im Frühjahr 2003 eröffnet werden soll, langsam Formen an. Wahrscheinlich hat das auch etwas mit der inzwischen reichhaltigen und abwechslungsreichen Verpflegung der japanischen Arbeiter zu tun. „Wir fanden einen deutschen Koch, mit dem unsere Gäste sehr zufrieden sind“, berichtet Hendrik Gottfriedsen. bey

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben