Von Tag zu Tag : Genossenschreck

Werner van Bebber traut dem Finanzsenator mehr Systemkritik zu

Werner van Bebber
Von Tag zu Tag xtc

Was hierzulande und heutzutage als „Armut“ gilt, scheint unseren Finanzsenator zu faszinieren. Jetzt also hat er seinen persönlichen Mindestlohn festgelegt, und der liegt deutlich unter dem, was seine Partei für richtig hält. Sein Speiseplan für Hartz- Empfänger hat ihn berühmt gemacht und in Verruf gebracht. Was immer linke Genossen im Verbund mit dem Genossenschreck Oskar Lafontaine für dringend revisionsbedürftig halten, provoziert Sarrazin zum Spott. Er geriert sich als Beschlusslagenbrecher und Sozialtabuschleifer – und kann für sich in Anspruch nehmen, dem Land Berlin schon mal umsonst gedient zu haben. 2002 lag er, schon für die Berliner Kasse zuständig, mit seinem Ex-Arbeitgeber im Rechtsstreit: Von der Bahn verlangte er die Fortzahlung seines Gehalts und verzichtete derweil auf den Senatorenlohn. Allerdings soll das Bahngehalt, um das es ihm ging, erheblich höher gelegen haben als das Senatssalär. Man darf gespannt sein, wie sich sein Hang zum Tabubruch entwickelt, wenn er 2009 in den Vorstand der Bundesbank aufrückt.