Von Tag zu Tag : ÖPNV vs. USBV

Stefan Jacobs braucht starke Muskeln und sucht gute Ausreden

Stefan Jacobs

Stammkunden der S-Bahn sind bei Reihenuntersuchungen am ÖPNV- Muskel leicht erkennbar. Diese anatomische Besonderheit zieht sich längs durch die Beine und wird nach Bedarf angespannt: Beim Anfahren des Zuges der in Fahrtrichtung der hintere, beim Bremsen der vordere. Sonst fällt man um.

Die Grenzen dieses Phänomens zeigten sich am Montagabend, als ein Zug in Schöneweide erst bremste – und plötzlich wieder beschleunigte. Dazu bratzte der Fahrer in die taumelnde Menge: „Wegen einem Koffer, in dem wahrscheinlich eine Bombe ist, fährt der Zug durch!“ Sprach’s und brauste weiter nach Spindlersfeld, wo die Überlebenden in die Nacht entlassen wurden.

Hallo Polizei, was war da los? „Wir hatten einen USBV-Verdacht.“ Aha, aber was war noch mal USBV? „Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung“. Das ist Behördendeutsch für „vadächtja Jejenstand“ und klingt nicht nur harmlos, sondern auch plausibel für alle Lebenslagen: Wegen USBV kann mein Kind nicht am Wandertag teilnehmen. Mit USBV habe ich meine Heizkosten halbiert. Ohne USBV gehe ich nicht aus dem Haus. Nur USBV und ÖPNV vertragen sich nicht.