VW : Lustreisen-Affäre: Piëch in Bedrängnis

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist davon überzeugt, dass auch Firmenpatriarch Ferdinand Piëch von den Unregelmäßigkeiten bei VW gewusst hat. Dazu sollen nun Zeugen aus Piëchs privatem Umfeld befragt werden.

Piech
Soll mehr gewusst haben, als er zugibt: Ferdinand Piëch. -Foto: ddp

Im Prozess gegen den ehemaligen Volkswagen-Betriebsratschef Klaus Volkert und den Ex-Konzern-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer bahnt sich nach einem Bericht von NDR Info eine Wende an. Der Sender teilte unter Berufung auf eigene Recherchen mit, die Braunschweiger Staatsanwaltschaft wolle weiter zur Rolle des ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch ermitteln. Die Behörden wollten weitere Zeugen aus dem nahen Umfeld Piëchs befragen, da sie bezweifelten, dass Piëch von den Unregelmäßigkeiten bei Volkswagen nichts gewusst habe.

Bei VW waren in den 90er Jahren auf Kosten der Firma Lustreisen für Betriebsräte organisiert worden, bei denen auch die Bordellbesuche der Arbeitnehmervertreter bezahlt wurden. Der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz war in diesem Zusammenhang im Januar wegen schwerer Untreue zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Der Prozess gegen Volkert und Gebauer sollte am Montag in Braunschweig fortgesetzt werden. Volkert wird Anstiftung zur Untreue vorgeworfen, Gebauer muss sich wegen Untreue in einem Umfang von rund 1,2 Millionen Euro verantworten. (mit AFP)