VW-Übernahme : Porsche wirbt um Vertrauen

Einen Tag nach der Eintragung der neuen Porsche-Holding in das Handelsregister hat sich der Zuffenhausener Konzern in einem offenen Brief an die Mitarbeiter von VW gewandt. Die Sorge der Beschäftigten um Arbeitsplätze sei unbegründet, heißt es.

Die bevorstehende Übernahme einer Mehrheit an VW durch Porsche habe zu "Verunsicherungen" geführt, schrieb das Unternehmen in dem Brief, der als ganzseitige Zeitungsanzeige erschien. Die Sorgen der VW-Mitarbeiter um "die Zukunft ihres Unternehmens und um Ihre Arbeitsplätze" gingen aber "auf Gerüchte und Spekulationen zurück, die mit der Realität nichts zu tun haben", hob Porsche hervor. Der Stuttgarter Autobauer stehe stattdessen für "Arbeitsplatzsicherung, Standortsicherung und Gehaltssicherung".

Auch soziale Verantwortung stehe bei Porsche im Mittelpunkt, betonte das Unternehmen. Dazu gehöre die paritätische Mitbestimmung der Gewerkschaften im Aufsichtsrat. Die Umwandlung der neuen Porsche-Holding, welche die Anteile an Porsche selbst und an Volkswagen hält, in eine Gesellschaft nach europäischem Recht hatte Befürchtungen bei VW ausgelöst, der eigene Betriebsrat könne an Einfluss verlieren. Vorgesehen ist, dass die über 240.000 VW-Beschäftigten weltweit in der neuen Holding nur genau so viele Sitze haben wie die knapp 12.000 Porsche-Mitarbeiter. Porsche hält dem in der Anzeige nun entgegen, die bisherigen Betriebsratgremien bei Volkswagen blieben in ihrer bisherigen Form bestehen und auch weiterhin unabhängig.

Porsche strebt eine Mehrheitsbeteiligung an VW an, nachdem der Europäische Gerichtshof in Luxemburg das VW-Gesetz Ende Oktober in weiten Teilen für ungültig erklärte hat. Dieses begrenzte bislang die Stimmrechte von Anteilseignern auf maximal 20 Prozent, unabhängig von ihrer tatsächlichen Beteiligung. Wann Porsche seine Beteiligung von derzeit rund 31 Prozent tatsächlich auf über 50 Prozent erhöht, ist bislang noch unklar. (mit AFP)