Währungen : Eurokurs erneut auf Rekordstand

Ein Allzeithoch jagt das Nächste: Der Euro hat schon wieder neue Höhen erklommen und sich noch einmal selbst getoppt.

LondonDer Kurs des Euro ist erstmals über 1,48 Dollar gestiegen. In London notierte die europäische Gemeischaftswährung zeitweise bei 1,4806 Dollar und damit so hoch wie nie seit dem Start des Euro am 1. Januar 1999. Händler machten jüngste Daten über die Auswirkungen der US-Finanzkrise für den erneuten Kursanstieg verantwortlich.

Ein starker Euro verteuert die Exporte, da Abnehmer für Waren aus dem Euro-Raum deutlich mehr zahlen müssen. Andererseits dämpft der schwache Dollarkurs die Folgen des gestiegenen Ölpreises, da der Grundstoff traditionell in Dollar bewertet wird. Zugleich verbilligen sich für deutsche Urlauber Reisen in die USA.

Weiter hohes Kaufinteresse

Experten verwiesen zuletzt zwar auf ein etwas geringeres Aufwärtspotenzial des Euro nach den deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Wochen. Gleichwohl bleibe das Kaufinteresse an der Gemeinschaftswährung hoch. Insbesondere der hohe Abschreibungsbedarf mehrerer US-Banken habe die Kreditkrise wieder in das Bewusstsein der Anleger zurückkehren und die Risikoneigung der Investoren sinken lassen.

Heute steht laut Experten vor allem das Protokoll der vergangenen US-Notenbanksitzung im Blickpunkt. Der Markt erwarte davon Hinweise auf die Möglichkeit weiterer Zinsschritte der Federal Reserve, hieß es. Von Interesse seien zudem weitere Daten vom krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt. Am Nachmittag werden Zahlen zu den Baubeginnen und Baugenehmigungen im Oktober veröffentlicht. (mit AFP/dpa)