"Wall Street Journal" : Murdoch auf der Zielgeraden

Der Verwaltungsrat des US-Medienkonzerns Dow Jones, zu dem auch das "Wall Street Journal" gehört, hat dem Verkauf des Unternehmens an den Medienmogul Rupert Murdoch zugestimmt.

Wall Street Journal
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Der Verwaltungsrat des US-Medienkonzerns Dow Jones & Company hat in der Nacht dem Verkauf des Unternehmens an die News Corp. des Medienmagnaten Rupert Murdoch für fünf Milliarden Dollar (3,6 Mrd Euro) zugestimmt. Der Verwaltungsrat sei bereit, den Aktionären - einschließlich der Anteilseigner der Bancroft-Familie - die Annahme der Offerte für 60 Dollar je Dow-Jones-Aktie zu empfehlen. Dies betonte Dow Jones in einer Pressemitteilung. Dow Jones ist unter anderem der Herausgeber des "Wall Street Journals". Die News Corp. zählt zu den weltgrößten Medienkonzernen.

Eine weitere Hürde muss allerdings noch genommen werden. Es steht noch die Zustimmung der Bancroft-Familie aus, die insgesamt 64 Prozent der Dow-Jones-Stimmrechte hält, obwohl sie nur rund 25 Prozent aller Dow-Jones-Anteile hält. Ihre Anteile sind mit Mehrfachstimmrechten ausgestattet.

Murdoch erwartet "prompte" Zustimmung von Bancrofts

Der Verwaltungsrat der News Corp. sei zu dem Abkommen bereit. Der Murdoch-Konzern bestehe jedoch darauf, dass sich die Bancrofts und ihre Treuhänder mit einer für die News Corp. zufrieden stellenden Stimmrechtskraft "prompt" für eine Unterstützung der Transaktion aussprechen, hieß es in der Dow-Jones-Erklärung. Es wurde jedoch nicht präzisiert, wie hoch die Zustimmungsquote der Bancrofts sein muss.

Michael B. Elefante, ein Vertreter der Bancroft-Familie, habe dem Dow-Jones-Verwaltungsrat erklärt, dass die Bancroft-Familie und ihre Treuhänder die vorgeschlagene Transaktion mit der News Corp. prüfen wollten, hieß es weiter. Die Bancroft-Familie will sich nach Darstellung der Zeitung am Montag treffen und werde mehrere Tage Zeit erhalten, den Deal zu überprüfen. Die Unterstützung für den Verkauf durch den Verwaltungsrat übe einigen Druck auf die Bancrofts aus. Die Familienmitglieder seien jedoch geteilter Meinung darüber, ob sie dem Verkauf zustimmen sollen. (mit dpa)