Der Tagesspiegel : Warum das Land so trocken ist

Seit 250 Jahren graben sich die Brandenburger das Wasser ab

Claus-Dieter Steyer

Potsdam. Seit Jahrhunderten haben die Bauern auf dem Gebiet des heutigen Brandenburg gegen zu viel Wasser gekämpft. Gerade erst wurde der 250. Jahrestag der Trockenlegung des 50 Kilometer langen und 20 Kilometer breiten Oderbruchs gefeiert. Tausende Bauleute hatten unter dem Befehl Friedrich II. dem Strom ein neues Bett gegraben und damit fruchtbare Äcker gewonnen.

Heute durchziehen Entwässerungsgräben mit einer Gesamtlänge von 23 000 Kilometern das Land. Nach jedem Regen fließt das Wasser schnell in die Flüsse ab. Die meisten Rinnen entstanden aber zu DDR-Zeiten, als sich Tausende Jugendliche bei den alljährlichen großen „Meliorationsprogrammen“ zu schaffen machten.

Doch die damals als Erfolg gefeierte Trockenlegung der Mark erweist sich heute als Nachteil. 83 Prozent aller Moore, die als wichtigste Wasserspeicher gelten, sind verschwunden. Senken, in denen selbst an heißen Tagen bis vor einigen Jahrzehnten noch Wasser stand, sind längst für die großen Landmaschinen begradigt worden.

Die Kiefer, die noch immer 80 Prozent der Wälder ausmacht, unterstützt noch die Austrocknung des Landes. „Die Nadeln können kein Wasser zurückhalten“, erklärt Matthias Freude vom Landesumweltamt. „Bei Laubbäumen tropft es dagegen ganz langsam von den Blättern auf den Boden, der dadurch viel länger feucht bleibt.“ Auch deshalb soll in den nächsten Jahrzehnten mehr Mischwald gepflanzt werden.

50 Millionen Euro stellt das Land dafür zur Verfügung. Außerdem werden zahlreiche Entwässerungsgräben wieder zugeschüttet.

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