Web 2.0 : 23-Jähriger dreht Millionendeal mit Microsoft

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in jungen Jahren bereits ausgesorgt. Seine Internet-Kontaktbörse beschert ihm Milliarden. Begehrt sind die Mitmach-Portale vor allem wegen der vielen persönlichen Daten der Nutzer zur Schaltung induvidueller Werbung.

San FranciscoMicrosoft hat Google im Rennen um die Community-Website Facebook als Werbepartner ausgestochen und mit 15 Milliarden Dollar einen neuen Maßstab für die Bewertung der boomenden Social-Networking-Seiten gesetzt. Microsoft wird für Facebook weiterhin die Werbung abwickeln und zahlt für einen Anteil von 1,6 Prozent 240 Millionen Dollar, wie Facebook nach Börsenschluss mitteilte. Damit wird Facebook insgesamt ein Wert von 15 Milliarden Dollar zugewiesen. Dem stehen die einst als zuviel kritisierten 580 Millionen Dollar gegenüber, die Medienmogul Rupert Murdoch 2005 für den bekannteren Konkurrenten myspace.com zahlte.

Google hatte Gespräche mit Facebook nie offiziell bestätigt, unter Berufung auf informierte Kreise war darüber jedoch immer wieder berichtet worden. Microsoft kümmert sich nun zusätzlich auch um die Werbung auf internationalen Facebook-Seiten. Google hatte seine Dominanz in der Internet-Werbung in den vergangenen Monaten auch durch milliardenschwere Zukäufe immer weiter ausgebaut. Es schien, dass der Suchmaschinenbetreiber mit seinen prall gefüllten Kassen jeden gewünschten Partner gewinnen kann. Noch am Freitag sah es so aus, als würde Google auch bei Facebook zum Zuge kommen, berichtete das "Wall Street Journal". Microsoft-Chef Steve Ballmer habe die Verhandlungen persönlich geführt und in den vergangenen Tagen doch noch einen Deal herausgerissen.

Attraktive Werbe-Zielgruppe

Bei Facebook können Nutzer Seiten mit ihren Profilen anlegen und miteinander kommunizieren. Die Plattform hat mit 50 Millionen zwar weniger Nutzer als der bekanntere Konkurrent myspace.com. Allerdings ist myspace mit seinen angeblich mehr als 200 Millionen registrierten Nutzern vor allem bei Teenagern populär, während bei Facebook viele Studenten und junge Berufstätige aktiv sind, die als attraktivere Werbe-Zielgruppe gelten. In diesem Jahr erwartet Facebook dem "Wall Street Journal" zufolge 30 Millionen Dollar Gewinn bei einem Umsatz von 150 Millionen.

Da die Internet-Nutzer immer mehr Zeit in den Social-Networking-Seiten verbringen, gelten diese als immer wichtigeres Werbe-Medium. Auch die Musik- und Film-Industrie versucht, sie für Vertrieb und die Pflege der Fan-Basis zu nutzen. In Deutschland ist die Social-Networking-Plattform Xing an der Börse notiert. Es gibt auch exklusive Dienste, bei denen man sich nur nach Einladung anmelden kann, - zum Beispiel LinkedIn, wo auch einige Wirtschaftsprominenz zu finden ist, oder das Angebot aSmallWorld.net für reiche Nutzer.

Zuckerberg lehnte Yahoo-Angebot ab

Facebook war vor drei Jahren vom heute 23-jährigen Studienabbrecher Mark Zuckerberg während seiner Zeit in Harvard gestartet worden. Im vergangenen Jahr soll Yahoo angeblich versucht haben, Facebook für eine Milliarde Dollar zu kaufen, doch Zuckerberg winkte ab. Als sich vor einigen Monaten abzeichnete, dass Facebook an die Börse gehen oder für viel Geld verkauft werden könnte, tauchten frühere Weggefährte Zuckerbergs auf, die ihn bezichtigten, das Konzept der Website von ihnen entwendet zu haben. (mit dpa)