Wellness in Meck-Pomm (1) : Ein Hauch von Luxus

Usedom, Lieblingsinsel der Berliner, besitzt die größte Dichte an Wellnesshotels in Europa.

Claus-Dieter Steyer
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Kurt Tucholsky schilderte Usedom so: „Vorne Ku’damm, hinten Ostsee.“ In den Jahren 1920 und 1921 erlebte der Dichter auf der Insel an der sprichwörtlichen „Badewanne der Berliner“ Strandpromenaden voller elegant gekleideter Menschen, Theater, Kaffeehäuser und im Garten manch prachtvoller Villa prominente Zeitgenossen. Schließlich wollte jeder, der in der Hauptstadt zu Vermögen gekommen war, mit einer Dependance in Heringsdorf, Ahlbeck oder Bansin protzen können.

Viel hat sich seitdem verändert, wobei Luxus nach wie vor ein wichtiges Motiv für den Ausflug nach Usedom ist. Der erschöpft sich nicht wie zu Tucholskys Zeiten in schicker Kleidung und teuren Häusern, sondern bezieht sich vor allem auf den Begriff „Wellness“. Mit Lust, Zeit und einem gewissen finanziellen Polster kann sich der Gast auf der Insel rundum verwöhnen und wieder in Form bringen lassen. 18 Hotels, die teilweise in glanzvollen Villen der Gründerzeit untergebracht sind, hat der Deutsche Wellnessverband getestet und mit einem Zertifikat bewertet. „Nirgendwo sonst in Europa gibt es eine solche Dichte geprüfter Häuser“, sagt Christina Hoba, Sprecherin der Usedomer Tourismusgesellschaft. „Die strengen Prüfer vergaben zweimal das Urteil ‚sehr gut‘ und sogar viermal die Traumnote ‚exzellent‘. Der Gast kann sich hier also wirklich wohl fühlen.“ Zu den Kriterien für eine Auszeichnung gehören unter anderem ein ansprechender Wellnessbereich mit mindestens einem Wassererlebnis, mehrere Saunavarianten, eine Beautyabteilung, der Einsatz von ausschließlich qualifiziertem Fachpersonal, eine schmackhafte Vitalküche sowie ein freundliches Service- und Küchenteam. Wie ein Haus bewertet wurde, zeigt das Gütesiegel, das der Tourist meist am Eingang, an der Rezeption, auf Flyern und auf den Internetseiten findet.

Als Klassiker unter den Wellnessanwendungen gelten Thalasso, Milchbäder, Massagen, Rügener Heilkreide oder die Heringsdorfer Jodsole. Einige Häuser bieten ihren Gästen aber noch mehr: Das Hotel „Ostseeblick“ in Heringsdorf etwa macht seinem Namen alle Ehre und ermöglicht seinen Gästen auch vom verglasten Pool aus freie Sicht aufs Meer. Und im Hotel „Seerose“ am Kölpinsee sieht man, sobald man sich morgens im Bett aufrichtet, durchs Fenster die Meereswellen. Spätestens dann zieht es die Touristen an den Strand oder auf die Promenade, um zu flanieren und das unverändert heilsame Klima an der See zu genießen – ganz wie zu Kurt Tucholskys Zeiten. Claus-Dieter Steyer

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