Wellness in Meck-Pomm (1) : Es muss nicht immer Küste sein

Das Hinterland auf Usedom gilt als Geheimtipp: Wandern durch Wälder und entlang kleiner Seen.

Claus-Dieter Steyer
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Warten auf den Fang. Das Achterland bietet manchen stillen Winkel. Foto: Ste.

Spätestens nach dem Passieren der Brücke über den Peenestrom, kurz vor der Kleinstadt Usedom, kann es nicht schnell genug gehen. Die Autofahrer können die Ostsee förmlich riechen, auch wenn sich die Tour auf langen Alleen, durch dichte Wälder und entlang von in der Ferne tiefblau schimmernden Seen noch eine halbe Stunde hinzieht. Kaum jemand schert vor dem Erreichen der ersehnten Küstenorte aus der Autoschlange aus. Die ist vor allem an Wochenenden lang. Zwar mag der eine oder andere Wochenendausflügler oder Urlauber schon von den Reizen des Inselinneren Usedoms gehört haben, aber gegen die Anziehungskraft der breiten Strände von Heringsdorf, Ahlbeck oder Ückeritz hat das Achterland nur geringe Chancen. „Dabei verpassen die Menschen eine traumhafte Landschaft, die einem das Herz öffnet und das Gemüt belebt“, sagt Ralph Kähne, Autor und leidenschaftlicher „Genusswanderer“ .

Der frühere Kommunikationschef der Berliner Schering AG hat selbst erst nach gesundheitlichen Rückschlägen zur regelmäßigen Bewegung gefunden, er schwört auf das Achterland. In einem kleinen Heft hat er 14 verschiedene, zwischen fünf und 16 Kilometer lange Touren beschrieben: über Wiesen, durch Wälder, in kleine Dörfer mit Bockwindmühlen oder zu versteckten Plätzen an Seen mit traumhaften Aussichten. Er glaubt, die Kombination aus genussvoller Bewegung in freier Natur, lebendiger Geschichte und einem sehr guten Wellnessangebot könne dazu angetan sein, dass Urlaubern gerade hier der Einstieg in ein gesünderes Leben gelingt. Anfänger und sportliche Wiedereinsteiger fänden optimale Bedingungen.

Die meisten Touren hat er mit seiner Lebenspartnerin ausfindig gemacht und dabei eine wichtige Erkenntnis gewonnen: „Die körperliche Aktivität sollte bei etwa 50 bis 60 Prozent der maximalen Belastungsfähigkeit liegen.“ Das wirke sich positiv auf die Psyche aus und im Kopf stelle sich wieder Klarheit ein. Das Wandern, für das es keine Altersbeschränkung gebe, habe sich zu einer ausgesprochenen Wellnessaktivität entwickelt, sagt er.

Sein Tipp für Einsteiger: Wichtig sind auf jedem Fall die richtigen Schuhe. Also: nicht am falschen Ende sparen. Außerdem rät Kähne zu einem Rucksack, in dem sich selbst bei einer Tageswanderung genügend Wasser, etwas Obst, ein Pullover, Sonnenschutz und für den Notfall das Handy und eine Taschenlampe befinden. Ste.

Ralph Kähne „Genusswandern auf der Sonneninsel Usedom“. Books on Demand, 76 Seiten, 10 Euro. Informationen unter:

www.gesundwandern.de

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