Der Tagesspiegel : Wellness-Oasen im märkischen Sand

Massagen für Männer und Ballett in der Sauna– mit vielen neuen Angeboten locken Thermalbäder und Hotels ihre Gäste. Die Konkurrenz wird immer größer

Claus-Dieter Steyer

Bad Saarow. Die wachsende Konkurrenz der Wellness-Hotels und Thermalbäder im Land macht erfinderisch. So gibt es jetzt im Hotel „Esplanade“ in Bad Saarow spezielle Kosmetik- und Massageräume für Männer. Die Kabinen bestehen aus Stahl und edlem Holz. Selbst die Fitnesslektüre, die Musikanlage und die Behandlungsliegen sind auf die männlichen Bedürfnisse abgestimmt, genau wie die verbreiteten Düfte. Hier riecht es nicht nach Jasmin und Rosen, sondern nach Amber, Zedernholz und Zimt.

Die maskuline Ausstattung macht sich bezahlt: die Hemmschwelle für eine Schönheitskur für Männer ist hier in Bad Saarow so niedrig wie sonst nirgends. Auch bei dem beliebten orientalischen Pflegezeremoniell mit verschiedenen Heilschlämmen oder im Aqua Relax Tempel können die Geschlechter unter sich bleiben oder die Verwöhntherapie auch gemeinsam genießen.

Noch bis März dieses Jahres wartet das direkt am Scharmützelsee gelegene Vier-Sterne-Haus mit einem besonderen Angebot auf: ein viertägiger Aufenthalt ist zum Preis für drei Tage zu haben, einschließlich eines freien Eintritts in den Wellness-Bereich. Damit stellt sich das „Esplanade“ nicht zuletzt auf die ab Juni erstarkte Konkurrenz vom Ostufer des Sees ein. Dann eröffnet „Das Brandenburg“, einst als Kempinski-Hotel vermarktet, nach längerer Umbauphase mit einem doppelt so großen Wellness-Tempel wie bisher .

Als Brandenburger Preisbrecher wartet bis März das Ferienhotel in Templin auf. Zum 20-jährigen Jubiläum des früheren Gewerkschaftsheimes kostet die Übernachtung pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück nur 25 Euro. Zwar macht das Plattenbau-Hotel mit seinen 409 Zimmern äußerlich nicht gerade einen einladenden Eindruck, aber dafür lohnen das hauseigene Schwimmbad und vor allem die nur wenige Minuten entfernte Natur-Therme den Abstecher in den Norden. Im Unterschied zu den Thermalbädern in Belzig, Bad Saarow und Bad Wilsnack lockt die Templiner Anlage mit einer Mischung aus Spaß- und Erholungsbad. Das kommt gerade bei jüngeren Interessenten an, die sich zwischen dem heilsamen Baden schon mal eine Partie auf der langen Rutsche gönnen. Zur Faschingszeit verwandelt sich am 20. Februar die große Sauna-Landschaft in ein närrisches Terrain mit Auftritten eines Männerballetts und geheimnisvollen grünen Witwen.

Ganz andere Sinne spricht das Thermalbad Belzig künftig an jedem Sonntag an. Von 19 bis 22 Uhr bringen Künstler im Licht-Klang-Raum Steine über und unter Wasser zum Klingen. Die Kristall-Therme Bad Wilsnack besitzt ein besonderes Herz für FKK-Anhänger. An jedem Montag ist von 19.30 bis 22 Uhr im gesamten Badebereich und natürlich auch in der Sauna textilfreies Amüsieren angesagt. Besonderer Beliebtheit erfreut sich in Bad Wilsnack die Wassergymnastik im großen Becken. Fünfmal täglich ruft ein Fachmann zur kostenlosen Stärkung der Muskulatur ins heilsame Wasser.

Künftig wird der Wettbewerb zwischen den vier Thermen und elf Spaßbädern noch zunehmen: In Burg im Spreewald ist die Planung für ein Bad weit fortgeschritten. Schon im Oktober dieses Jahres will das „Tropical Island“ in der früheren Cargolifter-Halle seine Tore öffnen. Das Schwimmbecken soll 150 Meter lang, 50 Meter breit und 50 Meter tief werden. Für das Jahr 2008 kündigen niederländische Investoren die Fertigstellung eines großen Freizeitparks auf dem einstigen russischen Flughafen Sperenberg an. Zum Angebot gehört natürlich auch eine fantastische Badewelt.

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