Weltcup : Revanche für WM-Niederlage - Deutsche Biathletinnen gewinnen Staffel

Die deutschen Biathlon-Damen zeigten sich am Samstag im Kanadische Whistler in Topform und holten sich so den Sieg im Weltcup-Rennen.

Uwe Jentzsch[dpa]

Whistler/Kanada Mit einem überlegenen Start-Ziel-Sieg beim Weltcup-Staffelrennen im kanadischen Whistler haben sich die deutschen Biathletinnen für die WM-Niederlage gegen Russland revanchiert. Beim Olympia-Test benötigte das Quartett Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Magdalena Neuer (Wallgau), Martina Beck (Mittenwald) und Andrea Henkel (Großbreitenbach) am Samstag nur sechs Reservepatronen und verwies mit einer Gesamtzeit von 1:11:49,8 Stunden den Überraschungszweiten China um 1:15,2 Minuten auf den Ehrenplatz. Russland wurde nach 4 x 6 Kilometern bei Dauerschneefall und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt in der Weltmeister- Besetzung mit 1:50,2 Minuten Rückstand Dritter.

Die Silber-Staffel von der WM vor zwei Wochen im südkoreanischen Pyeongchang überraschte Bundestrainer Uwe Müssiggang mit einer neuen Aufstellung. "Ich sollte wieder Schluss laufen, doch dann habe ich mich erinnert, dass Andrea Henkel auch gern mal mit einer Fahne ins Ziel kommen wollte. Deshalb haben wir Uwe den Tausch vorgeschlagen", berichtete "Rotkäppchen" Wilhelm und jubelte mit ihren Mitstreiterinnen auch über den Gewinn des Staffel-Weltcups vor Frankreich und China in der vorolympischen Saison.

Zwei Schützinnen im deutschen Team ohne Fehler

Die zweimalige Weltmeisterin dieses Jahres musste auf der ungewohnten Position einmal nachladen und wechselte mit 16,5 Sekunden vor China. Magdalena Neuner, die alle zehn Scheiben mit dem ersten Schuss traf, baute ebenfalls mit Rundenbestzeit den Vorsprung auf 1:12,2 Minuten aus. Martina Beck, die fünf Reservepatronen benötigte und dadurch fast eine Minute einbüßte, wechselte 57,7 Sekunden vor den Asiatinnen. Die makellos schießende Andrea Henkel baute den Vorsprung auf 1:15 Minuten aus.

"Das hat heute richtig Spaß gemacht, muss aber nicht heißen, dass ich jetzt immer Startläuferin sein werde", sagte Kati Wilhelm, die erstmals in ihrer Laufbahn als Anläuferin des deutschen Quartetts aufgeboten worden war. "Es war eine schöne neue Erfahrung für mich und wenn's so gut klappt, bin ich natürlich auch bereit, es wieder zu machen."

Ins Ziel kam Henkel mit deutlichem Vorsprung und deutscher Flagge

Magdalena Neuner strahlte über ihr bestes Schießen in einer Weltcup-Staffel. "Sechs Kilometer sind ja nicht so viel und ich wollte am Schießstand genügend Vorsprung haben, um in Ruhe schießen zu können", berichtete die bayerische Frohnatur, die vom ersten Meter an richtig Gas gegeben hat.

Danach sorgte Martina Beck mit ihren ungewohnten fünf Nachlagern für eine Zittereinlage. "Keine Ahnung, weshalb die eine Scheibe erst mit der vierten Patrone gefallen ist. Ich bin wohl beim Nachladen ein bissel hektisch geworden", stellte sie fest.

Schlussläuferin Henkel konnte bereits 100 Meter vor dem Ziel zur deutschen Flagge greifen und genoss das sichtlich. "Mit so einem Vorsprung läuft's sich prima, auch wenn's heute nicht meine Schnee- Bedingungen waren. Es blieben sogar die Schienbeinschmerzen aus", stellte die kleine Thüringerin zufrieden fest.