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Schwach radioaktive Wolke auf

dem Weg nach Amerika und Europa

Wien - Eine niedrige Konzentration von radioaktiven Teilchen aus dem japanischen Unglücksreaktor bewegt sich Forschern zufolge auf Nordamerika zu und wird in der Folge auch Europa erreichen. Eine Gefahr für Menschen bestehe nicht, sagte am Donnerstag der Forschungsleiter am Schwedischen Institut für Verteidigungsforschung, Lars-Erik De Geer. Er berief sich auf Daten von Messstationen, die von der internationalen Organisation CTBTO für die Überwachung des Atomwaffensperrvertrags benutzt werden. Die Wolke aus dem havarierten Kernkraftwerk werde in den kommenden Tagen an der Westküste der USA ankommen. Am Ende würden die Partikel auf der ganzen Nordhalbkugel nachzuweisen sein. „Es geht nur um sehr, sehr niedrige Aktivität, daher ist es nichts, weswegen die Menschen sich Sorgen machen müssten“, sagte De Geer. rtr

Verlauf der Wolke unter:

www.tagesspiegel.de/japanwetter

(unter die erste Grafik scrollen)

Jodtabletten bei größtem

US-Hersteller ausverkauft

Los Angeles - Die Meldung, dass die Deutschen sich mit Jodtabletten eindecken und Geigerzähler ausverkauft sind, war in den vergangenen Tagen als Beleg für die spezifisch deutsche Angst angeführt worden. Die Deutschen sind aber nicht allein. Jodtabletten sind beim größten Hersteller in den USA komplett ausverkauft. Das Unternehmen Anbex teilte mit, die Bestellungen seien hauptsächlich von der Westküste der USA eingegangen. Experten haben darauf hingewiesen, dass Jodtabletten die Schilddrüse nur vor radioaktivem Jod schützen. Radioaktivität im Jod hat aber nur eine Halbwertszeit von wenigen Tagen und wäre komplett abgebaut, bis es in Deutschland ankäme. Aus China werden Panikkäufe von jodiertem Salz gemeldet, nachdem Jodtabletten ausverkauft sind. AFP

Aigner: Japanische Lebensmittel sind derzeit keine Gefahr

Brüssel - Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hält Lebensmittel aus Japan weiter für ungefährlich. „Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind“, sagte Aigner am Donnerstag in Brüssel. Zudem gebe es wegen der Katastrophe derzeit gar keine Importe aus Japan. Deutschland habe die Kontrollen bereits verstärkt. Auch in anderen EU-Staaten sollen Nahrungsmittel aus Japan auf Radioaktivität untersucht werden. dpa

Leicht erhöhte Strahlung

bei Maschine aus Tokio

München - Am Flughafen München ist am Mittwoch bei einem Flugzeug vom Typ Boeing 777 der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA) eine gegenüber der Umgebung leicht erhöhte Strahlung an der Außenhaut festgestellt worden. Bei den anschließenden Messungen der Kabine und des Frachtraums gab es dagegen keinerlei Auffälligkeiten. Die Maschine wurde für den Rückflug freigegeben. In Frankfurt sind bislang keine verstrahlten Flugzeuge angekommen. Alle Maschinen aus Japan werden von innen nach dem Aussteigen der Passagiere überprüft. Eine Messung an der Außenseite mache keinen Sinn, da radioaktive Partikel meist durch die hohe Fluggeschwindigkeit weggeschleudert würden. Zudem sei eine Maschine auf Langstreckenflügen ohnedies erhöhter Strahlung ausgesetzt. Passagiere, die aus Japan ankommen, werden nicht untersucht. Das Bundesamt für Strahlenschutz teilte mit, dass eine Gefährdung durch einreisende Personen aus Japan nicht bestehe. „In den Körper aufgenommene Radioaktivität kann keine negativen Auswirkungen auf andere Personen haben.“ dapd/Reuters

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