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Türkei verbietet tödliches Herstellungsverfahren für Jeans

Istanbul - Die türkische Regierung hat ein Herstellungsverfahren für künstlich gealterte Jeans verboten, das die Gesundheit von tausenden Arbeitern ruiniert hat. Die Verwendung von Sandstrahlern in der Textilindustrie sei ab sofort untersagt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die geschädigten Arbeiter sollen nun in den staatlichen Krankenhäusern untersucht und behandelt werden. Damit reagierte die Türkei erstmals auf die Forderungen von Ärzten, Wissenschaftlern und den geschädigten Textilarbeitern selbst, die seit Jahren das Verbot der Sandbestrahlung fordern. In dem Verfahren werden Jeans unter Hochdruck mit Sand bestrahlt, um ihnen ein modisch abgewetztes Aussehen zu verleihen. Dabei tritt Silizium aus dem Sand aus, setzt sich in den Lungen der Arbeiter fest und verursacht eine Berufskrankheit namens Silikose, die unheilbar und im fortgeschrittenen Stadium tödlich ist. Dutzende Jeans-Arbeiter sind bereits an der Krankheit gestorben, fast alle im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Hunderte weitere Krankheitsfälle sind bekannt. güs

Festnahmen nach Trinkgelage

von Schülern in türkischem Hotel

Lübeck/Istanbul - Die türkische Justiz geht gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen für die tödlichen Alkohol-Vergiftungen bei der Klassenfahrt von Lübecker Realschülern vor. Zwei Verdächtige wurden am Montag in Untersuchungshaft genommen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. In Lübeck werden unterdessen die Leichen zweier für hirntot erklärter Schüler obduziert. Ende März waren die Lübecker Schüler nach einem Trinkgelage im „Anatolia Beach Hotel“ im südtürkischen Ferienort Kemer ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ein 21-Jähriger starb noch im Hotelzimmer; er hatte nach Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft eine tödliche Menge Methanol im Blut. Zwei weitere Mitglieder der Schülergruppe starben nach ihrer Verlegung in die Bundesrepublik. Methanol kommt häufig in schwarz gebranntem Alkohol vor. Nach dem tödlichen Zwischenfall ließ die Staatsanwaltschaft Kemer die Alkohlbestände des Hotels überprüfen. Insgesamt seien 37 Proben aus Flaschen mit alkoholischen Getränken genommen worden. In einer davon sei ein hoher Anteil Methanol festgestellt worden. Daraufhin erließ das Gericht Haftbefehle gegen den für Speisen und Getränke in dem Hotel verantwortlichen Manager und den Chefeinkäufer. AFP

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