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Offenbar erstmals Klage

gegen einen Jesuiten möglich

Berlin/Bonn - Im Skandal um Missbrauch beim katholischen Jesuitenorden kann offenbar erstmals ein Tatverdächtiger juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Gegen den ehemaligen, langjährigen Rektor des Bonner Aloisius-Kollegs scheint nach Angaben der Beauftragten für Fälle sexuellen Missbrauchs beim Orden, Ursula Raue, eine Anklage möglich. Ein heute 17 Jahre alter Junge werfe ihm vor, ihn vor fünf Jahren nackt fotografiert zu haben, sagte Raue am Dienstag in Berlin. Die Staatsanwaltschaft Bonn prüfe derzeit, ob der Vorwurf des Fotografierens für eine Anklage ausreiche. Bislang konnte keiner der mutmaßlichen Täter strafrechtlich belangt werden, da der Zeitpunkt des Missbrauchs mehr als zwanzig Jahre zurück liege. ddp

Amerikanischer Arzt soll

103 Kinder missbraucht haben

Washington - Ein Kinderarzt im US- Bundesstaat Delaware soll 103 seiner kleinen Patienten sexuell missbraucht und zum Teil auch vergewaltigt haben. Ein Gericht im Landkreis Sussex klagte den 56-Jährigen am Montag in 471 Fällen an. Earl Bradleys jüngstes Opfer war gerade drei Monate alt, das älteste 13 Jahre, erklärte Staatsanwalt Beau Biden. Seine Taten habe der Kinderarzt auf mehr als 13 Stunden Videomaterial festgehalten. Die grauenhaften Enthüllungen legen sich wie ein Alptraum über das verschlafene 1300-Einwohner-Nest Lewes an der Atlantikküste. Es begann mit den Schilderungen eines zweijährigen Mädchens. Es hatte unter Tränen berichtet, dass Bradley ihr wehgetan habe, und von sexuellen Handlungen erzählt. dpa

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