125 Minuten nach Anstich : Erste „Bierleiche“ auf dem Oktoberfest

125 Minuten nach Anstich musste das erste Alkoholopfer auf dem Münchner Oktoberfest behandelt werden.

Während des Oktoberfestes 2013 behandelten die Ärzte vom Münchner Roten Kreuz 629 Patienten wegen Alkoholvergiftungen.
Während des Oktoberfestes 2013 behandelten die Ärzte vom Münchner Roten Kreuz 629 Patienten wegen Alkoholvergiftungen.Foto: AFP

Diesmal ist es immerhin früher Nachmittag geworden. 125 Minuten nach Anstich des ersten Fasses auf dem Münchner Oktoberfest mussten Helfer des Roten Kreuzes am Samstag um 14.05 Uhr das erste Alkoholopfer behandeln. Die Ärzte diagnostizierten bei einem jungen Mann eine Alkoholvergiftung und versorgten ihn im Überwachungsraum. In früheren Jahren hatte es die ersten „Bierleichen“ teils bereits am Vormittag gegeben - noch vor der Eröffnung des Festes und dem offiziellen Beginn des Ausschanks.

„Das Wiesnbier hat einen höheren Alkoholgehalt als das gängige Flaschenbier. Die Wirkung entfaltet sich vor allem, wenn man nichts im Magen hat, bei höheren Temperaturen und hastigem Genuss deutlich schneller als gewohnt“, wiederholte der ärztliche Leiter der Wiesn-Sanitätsstation, Frithjof Wagner, seine Warnung vom Vorjahr.

Während des Oktoberfestes 2013 behandelten die Ärzte vom Münchner Roten Kreuz 629 Patienten wegen Alkoholvergiftungen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 7324 Patienten auf der BRK-Sanitätsstation versorgt. Am Samstag hatten sie ihren ersten Fall um 8.30 Uhr: Ein Mann klagte über starke Schmerzen im Bauchbereich und wurde in eine Klinik gebracht.


„Ozapft is! Auf eine friedliche Wiesn“

Jetzt fließt das Bier wieder in Strömen: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat mit vier Schlägen das erste Fass Bier angezapft und das Oktoberfest eröffnet. „Ozapft is! Auf eine friedliche Wiesn“, rief das neue Stadtoberhaupt am Samstag zum traditionellen Anstich. Bis zum 5. Oktober werden auf dem größten Volksfest der Welt rund sechs Millionen Besucher erwartet.

Vom Wetter her stand die Wiesn bei ihrem Auftakt unter keinem guten Stern. Hatte es an den Vortagen noch strahlendes Spätsommer-Wetter gegeben, setzte am Vormittag in München Dauerregen ein. Doch auch vom tristen Herbstwetter ließen sich die Wiesn-Fans nicht aufhalten. So verfolgten zahlreiche Zuschauer den traditionellen Einzug der Oktoberfest-Wirte - in Tracht und mit Regenschirm oder Ganzkörperplastikhülle.

Lange Schlangen auf dem Festgelände

Schon Stunden vor dem traditionellen Anstich hatten sich vor den Zelten auf dem Festgelände lange Schlangen gebildet. Jubeln durfte, wer schließlich einen Platz ergatterte: Gut eine Stunde vor dem offiziellen Startschuss des Oktoberfestes mussten die ersten Zelte nämlich bereits wegen Überfüllung geschlossen werden. Promis wie Florian Silbereisen oder Heino hatten aber ihren Platz sicher.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hebt am Samstag eine Maß Bier.
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hebt am Samstag eine Maß Bier.Foto: dpa


Christian Ude war einst mit sieben Schlägen gestartet

Mit vier Schlägen schaffte Reiter bei seinem Debüt einen gelungenen Einstand. „Ich habe ja noch ein paar Jahre zum Üben“, sagte der SPD-Politiker zufrieden. Vorgänger Christian Ude hatte zwar zuletzt nur zwei Schläge benötigt. Reiter erinnerte aber vor seinem Auftritt süffisant daran, dass Ude einst mit sieben Schlägen gestartet war. (dpa)

1 Kommentar

Neuester Kommentar