Welt : 125 Tage als Geiseln im Dschungel

Deutsche Rentner in Kolumbien wieder frei.

Sandra Weiß

Puebla - Nach 125 Tagen Geiselhaft sind die beiden in Kolumbien entführten deutschen Rentner wieder frei. Am Freitag wurden sie im Dschungel der Region Norte de Santander von der linken Guerrilla Nationales Befreiungsheer (ELN) auf freien Fuß gesetzt und von einer Kommission unter Leitung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Empfang genommen. Uwe und Günther Breuer seien etwas mitgenommen und abgemagert, aber so weit in Ordnung. Sie könnten gehen, seien reisefähig und würden in der Hauptstadt Bogotá von Ärzten untersucht, sagte der Missionschef des IKRK, Jordi Raich. Vom Dschungel wurden sie zunächst in einem Helikopter in die nächstgrößere Stadt geflogen. Dann ging es weiter nach Bogotá, wo Günther Breuer seine Freilassung mit einem Bier feierte, wie die Zeitung „El Tiempo“ vermeldete. Noch am Samstag sollten die aus Bayern stammenden Brüder nach Deutschland zurückkehren. Außenminister Guido Westerwelle bedankte sich bei den Kolumbianern für den Einsatz und zeigte sich erleichtert, dass die beiden Deutschen nun in Sicherheit seien.

Auch Präsident Juan Manuel Santos dankte der Kommission für den erfolgreichen Einsatz. Das ELN hat die beiden im November 2012 in Teorama in der Region Catatumbo als Geiseln genommen. Weite Teile der Region, in der Drogen angebaut werden, sind unter Kontrolle der Guerilla und rechter Paramilitärs. Drei Monate nach der Geiselnahme bezeichnete das ELN die beiden Deutschen als Spione. Die deutsche Botschaft hatte beteuert, die 69 und 72 Jahre alten Brüder seien Rentner auf Südamerikatour. Auf einem Video, das kolumbianische Bekannte der beiden Deutschen drehten, waren diese auf Campingstühlen beim Kochen und Essen vor einem zum Wohnmobil umfunktionierten, klapprigen Toyota zu sehen. Die abenteuerlustigen Brüder hatten schon die halbe Welt bereist. Sandra Weiß

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben