Welt : 15 Mark für eine weiße Weste

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Was Sie schon immer über die Schutzgemeinschaft für Kredite wissen wollten und man Ihnen nie zu sagen wagte

Wenn die Bank keine Kreditkarte herausgeben will oder einem der Handyvertrag verweigert wird, könnte dahinter die Schufa stecken. Das ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Zweck dieser Institution ist es, ihre Vertragspartner vor finanziellen Verlusten zu schützen, dazu gibt sie Informationen über Verbraucher weiter. Genutzt werden die Daten vorwiegend von Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Kreditkarten- und Telefongesellschaften sowie von Versandhäusern. Doch nicht immer, wenn die Schufa eine Auskunft über die Finanzlage einer Person gibt, ist diese richtig.

In den Computern der Schufa sind mehr als 40 Millionen Daten von Bundesbürgern gespeichert. Darauf basierend erlaubt sich die Organisation Aussagen über die Kreditwürdigkeit jedes Einzelnen. Die Stiftung Warentest in Berlin hat bei einer Untersuchung herausgefunden, dass es auch falsche oder veraltete und nicht gelöschte Einträge gibt. Mit so einer Schufa-Auskunft kann es passieren, dass man weder Darlehen noch Mietvertrag bekommt, obwohl auf dem Konto alles in Ordnung ist.

"Es kann in Einzelfällen schon mal passieren, dass eine Information falsch ist", räumt Wulf Bach ein, Geschäftsführer der Bundesschufa in Wiesbaden. "Unsere Organisation lebt jedoch davon, dass sie richtige Daten hat. Denn nur richtige Daten kann man verkaufen." Aus diesem Grund gehe man jeder Reklamation unverzüglich nach.

Zu den Daten, die die Schufa von ihren Partnern bekommt und speichert, gehören Informationen darüber, wann ein Kredit beantragt, ein Konto eröffnet, Leasingverträge oder Ratenverträge abgeschlossen wurden. Auch laufende Bürgschaften, die Höhe des Überziehungskredits, Kredit- oder Kontokündigungen wegen Zahlungsrückstand, geplatzte Schecks, Pfändungen und Widersprüche gegen Mahnbescheide gehören zu den Einträgen.

Wer wissen möchte, was die Schufa über die eigene Person gesammelt hat, kann eine so genannte Selbstauskunft verlangen. Dabei kann auch in Erfahrung gebracht werden, welche Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten Erkundigungen eingeholt haben. Die Anschrift der zuständigen Schufa-Geschäftsstelle nennt die Bank. Wer selbst bei der Schufa erscheint, bekommt die Auskunft kostenlos. Für schriftliche Anfragen müssen 15 Mark gezahlt werden.

Laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) müssen die Einträge nach spätestens fünf Jahren gelöscht werden. Informationen über Giro- und Kreditkonten müssen sogar sofort nach Auflösung der Konten gelöscht werden. Berichte über Kredite müssen spätestens drei Kalenderjahre nach der Tilgung aus der Auskunft verschwinden. Auf Antrag des Bankkunden löscht die Schufa die Einträge sofort nach Tilgung. Schon nach drei Jahren sollten Einträge zu verspäteten Ratenzahlungen, nicht widersprochenen Mahnbescheiden, Offenbarungseiden und Pfändungen gelöscht werden - wenn alle berechtigten Forderungen beglichen wurden.

"Die Schufa und ihre Vertragspartner unterliegen beim Umgang mit personenbezogenen Informationen dem Bundesdatenschutzgesetz" sagt Elisabeth Duhr, Referatsleiterin beim Hamburgischen Datenschutzbeauftragten. Diese Daten dürften nicht in falsche Hände gelangen, daher fordere die Schufa bei Anfragen im Zweifelsfall die Kopie des Personalausweises an. Außerdem werden Anfragen über das Internet nicht auf elektronischem Wege, sondern per normaler Briefpost beantwortet. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass es in Einzelfällen zum Missbrauch von Daten kommen könne. "Doch wer sich unbefugt Daten anderer verschafft, sollte wissen, dass er sich damit strafbar macht," warnt Elisabeth Duhr.Mehr zum Thema im Internet:

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