Welt : 21 Techniken, um leise zu töten

In einem Buchladen in Hollywood florieren die Tips für das perfekte Verbrechen/ Reiches Sortiment LOS ANGELES (AFP).Tips für das perfekte Verbrechen, die in anderen Staaten sofort aus dem Verkehr gezogen würden, werden in den Vereinigten Staaten geradezu professionell unters Volk gebracht.So auch von einem spezialisierten Buchladen in Hollywood: Vor 26 Jahren, als die Ladenbesitzerin Nancy Litwick noch Lebensmittel vertrieb, fing alles mit einem kleinen Sortiment der exotischen Literatur an.Aber schnell kam die geschäftstüchtige Frau auf den Trichter, daß für Titel wie "Das Glück zu töten" eine große Nachfrage bestand. "Die meisten Menschen, die zu mir kommen, sind sehr geheimnisvoll und verschwiegen, das respektiere ich", sagt die 55jährige."Ich glaube, es sind vor allem Schriftsteller, die Einzelheiten für ihre Romane brauchen." Sie stellt keine unnötigen Fragen.Zu ihrem Sortiment gehören das "Handbuch des Giftmischers" und "21 Techniken, um leise zu töten".Nach dem Bombenanschlag auf ein US-Regierungsgebäude in Oklahoma-City im April 1995 entwickelten sich zwei Bücher zu Bestsellern in Litwicks kleinem Laden.In dem einen geht es um die Herstellung von Sprengsätzen, in dem anderen um einen bewaffneten Aufstand.Bei dem Anschlag von Oklahoma wurden 168 Menschen getötet, mehr als 600 verletzt. Ein Käufer interessiert sich für den Ratgeber "Wie man sich eine neue Identität verschafft".Das Handbuch sei für einen guten Freund, der sich in "großer Not" befinde, erläutert er ungefragt.Dieses Buch enthält Anleitungen, wie es möglich ist, Schuldverpflichtungen zu umgehen, keine Alimente zu zahlen und der juristischen Verfolgung zu entgehen.Je mehr private Haushalte verschuldet sind, desto reißender ist der Absatz.Denn die Eigenwerbung des Verlages erscheint vielversprechend: "Dieses Buch sagt Ihnen nicht nur, wie Sie sich eine neue Identität zulegen, sondern auch, wie sie ihre Vergangenheit komplett auslöschen können". Gegenüber ihren verschrobenen Kunden aus der Unterwelt zeigt sich die Buchhändlerin äußerst loyal.Sie ist sich keinesfalls zu schade, auf ihren eigenen Namen Sonderwünsche der Kunden zu bestellen."Naja, die Adreßlisten könnten eines Tages von der Justiz angefordert werden", erläutert die Ladeninhaberin.Als ein Kunde "Das Glück zu töten" ordert, das gerade ausverkauft ist, bietet sie an, seinen Namen und seine Telefonnummer zu notieren, um ihn beim Eintreffen des Buches sofort benachrichtigen zu können.Das wird von dem Kunden schroff abgelehnt."Ich werde mich bei ihnen melden", lautet seine knapp Antwort. Ein Sechzigjähriger mit schneeweißem Haar betritt in Shorts den Laden und erkundigt sich nach neuesten Trends bei Schußwaffen.Wenig später verläßt er zufrieden die Bücherei, mit einer Zeitschrift unter dem Arm."Er ist wie die meisten meiner Kunden", sagt Litwick."Seit 15 Jahren kommt er regelmäßig, seinen Namen kenne ich nicht."

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