• 22 Anklagepunkte verlesen: Mutmaßlichem Wikileaks-Informanten droht lebenslänglich

22 Anklagepunkte verlesen : Mutmaßlichem Wikileaks-Informanten droht lebenslänglich

Bradley Manning soll vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums weitergegeben haben. Nun wurde er formell angeklagt. Wird Manning verurteilt, droht ihm lebenslange Haft.

Mutmaßlicher Informant der Enthüllungswebseite Wikileaks: Bradley Manning.
Mutmaßlicher Informant der Enthüllungswebseite Wikileaks: Bradley Manning.Foto: dpa

In der Affäre um die Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten im Internet ist der mutmaßliche Informant der Enthüllungswebsite Wikileaks formell angeklagt worden. Bei einer Anhörung auf dem Militärstützpunkt Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland wurden am Donnerstag die 22 Anklagepunkte gegen den US-Soldaten Bradley Manning verlesen. Am schwersten wiegt dabei der Vorwurf der Unterstützung des Feindes.
Manning droht bei einer Verurteilung durch ein Militärgericht lebenslange Haft. Der Obergefreite erschien am Donnerstag in einer schwarzen Militäruniform und setzte sich zu Beginn der Anhörung schweigend neben seine Anwälte. Der 24-jährige Soldat sagte noch nicht, ob er sich schuldig oder nicht schuldig bekennen werde. Bis spätestens zum Beginn der Hauptverhandlung muss Manning eine Entscheidung treffen. Seine Unterstützer rechnen damit, dass er auf nicht schuldig plädieren wird.

Die Staatsanwaltschaft gab am Donnerstag den 3. August als ihr bevorzugtes Datum für den Prozessauftakt an. Die Verteidigung will mit der Hauptverhandlung dagegen spätestens im Juni beginnen.
„Heute ist Bradley Manning seit 635 Tagen in Haft“, sagte sein Anwalt David Coombs. Der Prozess dürfe nicht über ein „vernünftiges Datum“ hinaus verzögert werden. Die nächste Anhörung, bei der mehrere Anträge von Anklage und Verteidigung zur Sprache kommen sollen, ist für Mitte März geplant.
Manning wird zur Last gelegt, zahlreiche geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie rund 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums an Wikileaks weitergegeben zu haben.

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16.08.2012 14:48"Don't shoot the messenger" - oder gehört Assange endlich nach Schweden ausgeliefert, um sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren...

Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen sorgte weltweit für Wirbel.
Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde er auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern die Kontaktdaten des Wikileaks-Mitgründers Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden. (AFP)

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