Welt : 23 Fälle von Affenpocken

In den USA haben sich Menschen über Ratten angesteckt

Bas Kast

In den USA haben sich erstmals Menschen mit Affenpocken infiziert. Mindestens 23 Personen im mittleren Westen sind betroffen, wie die US-Seuchenkontrollbehörde meldet. Vier Patienten mussten ins Krankenhaus. Es gibt keinen Todesfall.

Affenpocken sind weitaus weniger ansteckend und auch weniger gefährlich als die „echten“ Pocken, die seit 1979 als ausgerottet gelten. Die Erreger sind selten. Sie zirkulieren in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas. Insbesondere Eichhörnchen sind Träger des Virus. Dennoch spricht man von Affenpocken, weil Affen oft an der Infektionskrankheit sterben.

Alle Patienten in den USA hatten Kontakt zu Präriehunden – ein Haustier, das sich in amerikanischen Familien zurzeit größter Beliebtheit erfreut. Vermutlich hatten sich die Präriehunde selbst wiederum bei einem anderen Tier angesteckt: der Riesenhamsterratte, die aus Afrika importiert und etwa so groß wird wie eine kleine Katze. Mehrere der Patienten arbeiten im tierärztlichen Bereich oder in einem Zoogeschäft. Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ist zwar auch möglich. Studien aber haben gezeigt, dass sich Affenpocken unter Menschen nicht besonders gut ausbreiten: Sie werden von Ansteckung zu Ansteckung schwächer und sterben schließlich aus.

Ein vierjähriges Mädchen, berichtet ein Arzt aus dem US-Staat Wisconsin, hatte sich Mitte Mai an einem jüngst gekauften Präriehund angesteckt – das Tier hatte das Mädchen in den Finger gebissen. Auch die Eltern erkrankten. Symptome der Krankheit sind: Ausschläge, Fieber, Flecken. In Afrika sterben ein bis zehn Prozent der Erkrankten. In den USA sind die Überlebenschancen auf Grund der Medizinversorgung größer, so der Chef der Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Milwaukee, Seth Foldy.

In zwei der betroffenen US-Staaten hat man bereits reagiert und den Verkauf von Präriehunden bis auf weiteres verboten. In Illinois ist es sogar nicht mehr erlaubt, sich mit einem Präriehund in der Öffentlichkeit zu zeigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar