Welt : 30 Jahre nach seinem Tod spricht ein Gericht den Mediziner nicht frei

Der amerikanische Arzt Sam Sheppard, dessen Fall die Vorlage für den weltweiten Fernseh-Serienhit "Auf der Flucht" lieferte, muss weiter den Makel eines mutmaßlichen Gattenmörders tragen. Ein Geschworenengericht in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) wies am Mittwoch 46 Jahre nach der Ermordung seiner Ehefrau Marilyn Sheppard eine Zivilklage ab, die den 1970 verstorbenen Mediziner ein für alle Mal von der Mordschuld rein waschen sollte. Kläger war Sheppards gleichnamiger Sohn. Er hatte den Bundesstaat wegen "ungerechtfertigter Inhaftierung" des Vaters auf 2,5 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Doch sei es ihm nicht um das Geld gegangen, sagte er. Vor allem habe er nach fast fünfzig Jahren endgültig die Unschuld seines Vaters beweisen wollen.

Die Staatsanwaltschaft beharrte jedoch darauf, dass Sheppard ein untreuer Ehemann gewesen sei und seine Frau aus Wut über seine "Unfreiheit" tot geschlagen habe. Mit dieser Version setzte sie sich am Ende durch, obwohl mehrere Zeugen die damalige Aussage des Vaters, ein Eindringling habe den Mord begangen, stützten. Marilyn Sheppard war 1954 in ihrem Schlafzimmer tot aufgefunden worden. Ihr Mann wurde wegen Mordes verurteilt und dann 1966 in einem neuen Verfahren frei gesprochen, das wegen Verfahrensfehlern angeordnet worden war. Sam Sheppard starb vier Jahre später nach seinem Freispruch an einem Leberleiden. In der TV-Serie und dem Hollywood-Kassenschlager mit Harrisson Ford heißt Sam Sheppard Dr. Richard Kimble.

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