Welt : 31 Tote bei Absturz in Sibirien

Pilot versuchte noch eine Notlandung.

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Rettungskräfte arbeiten am Ort des Absturzes. Foto: Russia Emergency Situations Ministry/dapd
Rettungskräfte arbeiten am Ort des Absturzes. Foto: Russia Emergency Situations Ministry/dapdFoto: dapd

Beim Absturz einer Kurzstreckenmaschine über Sibirien sind mindestens 31 Menschen getötet worden. Zwölf weitere überlebten laut dem russischen Katastrophenschutzministerium schwer verletzt.

Das Flugzeug – eine zweimotorige Kurzstrecken-Propeller-Maschine des Typs ATR-72, der seit 1989 von dem französisch-italienischen Luftfahrtkonzern Avions de Transport Régional gebaut wird und maximal 74 Passagieren Platz bietet – war gestern früh gegen 5 Uhr 40 Moskauer Zeit vom Flughafen Roschtschino der Gebietshauptstadt Tjumen zum Linienflug nach Surgut gestartet. Keine zehn Minuten später verschwand es von den Radarschirmen der Fluglotsen und stürzte auf einen Acker. Augenzeugen berichteten, die Maschine sei beim Aufprall auf die Erde in mehrere Teile geborsten, diese hätten sich sofort entzündet.

Die Ermittlungsbehörde bei der Generalstaatsanwaltschaft und das für die technische Untersuchung zuständige Zwischenstaatliche Komitee für zivile Luftfahrt gehen bei den Nachforschungen derzeit sowohl von Fehlern der Piloten oder der Fluglotsen als auch von technischen Mängeln der Maschine aus. Diese, so einer der Ermittler gegenüber der Nachrichtenagentur RIA nowosti, hätten sich wahrscheinlich bereits in der Startphase bemerkbar gemacht. Immerhin stürzte das Flugzeug nur 35 bis 40 Kilometer von der Startbahn entfernt ab. Zwar seien die Flugschreiber noch nicht ausgewertet. Vieles deute jedoch daraufhin, dass die Besatzung eine Notlandung versucht habe. Dafür spreche vor allem, dass die Unglücksmaschine aus einer Höhe von nur 100 Metern auf das Feld stürzte. Nur deshalb habe es auch Überlebende gegeben. Um ihre Angehörigen und um die Familien der Toten kümmern sich Psychologen. Das Ministerium für Katastrophenschutz schickte Teams in die Unglücksregion, mit dem auch Schwerstverletzte in Spezialkliniken in Moskau ausgeflogen werden können.

An der technischen Untersuchung des Unglücks werden sich auch Ingenieure der Herstellerfirmen beteiligen. Die ATR-72 wird in Russland seit über zehn Jahren eingesetzt, bisher gab es dabei keine größeren Probleme.

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