Welt : 38 Tote bei Fährunglück in Tansania

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Beim Sinken einer Fähre auf dem Fluss Kilombero im Westen Tansaniaskamen am Donnerstag 38 Menschen ums Leben. Das Unglück ereignete sich nahe der Stadt Ifakara. Erste Meldungen von 100 Toten bestätigten sich nicht.

In der Trockenzeit im Juli und August ist der Pegelstand des Kilombero so niedrig, dass der Fluss zu Fuß durchquert werden kann. Doch jetzt, auf dem Höhepunkt der Regenzeit, ist der Strom sehr stark angeschwollen.

Starke Strömung oder eine Überladung der an einem Tau gezogenen Fähre werden als Ursachen für den Unfall angegeben. Es wird vermutet, dass die an der Seite der Fähre vertäute Ladung sich löste und das Schiff aus dem Gleichgewicht geriet. Menschen, Güter und drei Autos rutschten ins Wasser.

"Warum baut die Regierung hier keine Brücke?", fragen kritische Stimmen wie der Tansanier Ramadan Swedi. Der Fluss sei an der Unglücksstelle doch nur 30 Meter breit. Indirekt wird auch die Tansanische Straßenbehörde "Tanroads", der die Fähre gehört, für das Unglück verantwortlich gemacht.

Polizisten aus dem Morogoro-Distrikt und Marinetaucher fanden sich zur Bergung der Opfer am Kilombero ein, vier Passagiere konnten lebend gerettet werden. Schon einmal ereignete sich eines der schlimmsten Fährunglücke Afrikas in Tansania: Im Mai 1996 sank die Fähre "Bukoba" auf dem Viktoria-See, schätzungsweise 500 bis 600 Menschen ertranken. Die Überladung von Fähren ist ein chronisches Problem in Entwicklungsländern.

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