Welt : 38 Verletzte beim Stierrennen Tierschützer protestieren und werden ignoriert

Gehetzt. Männer flüchten vor Stieren. Doch die Stiere sterben in der Arena. Foto: AFP
Gehetzt. Männer flüchten vor Stieren. Doch die Stiere sterben in der Arena. Foto: AFPFoto: AFP

Pamplona - Bei den Stierrennen zum traditionellen San-Fermín-Fest im nordspanischen Pamplona sind in diesem Jahr insgesamt 38 Teilnehmer verletzt worden, vier davon schwer. Am Samstag, dem achten und letzten Rennen, wurden vier Männer verletzt. Sie hätten Prellungen und Schnittwunden erlitten, sagte Ignacio Iribarren, ein Sprecher des örtlichen Krankenhauses.

Der Lauf am Samstagmorgen dauerte etwa zweieinhalb Minuten und bildete den Abschluss des Festivals. Iribarren sagte, das Volksfest sei in diesem Jahr so glimpflich verlaufen wie schon lange nicht mehr. Neben den Verletzten vom Samstag seien nur zwei weitere Läufer noch im Krankenhaus. Die zwei Briten, die am Montag auf die Hörner genommen worden seien, machten aber gute Fortschritte und könnten schon bald entlassen werden.

Insgesamt vier Männer wurden in diesem Jahr von den Stieren aufgespießt, neben den beiden Briten auch ein 73-jähriger Rentner aus Pamplona und ein US-Bürger. Keiner von ihnen erlitt lebensgefährliche Verletzungen. 2009 war ein 27-jähriger Spanier von einem Stier aufgespießt und vor den Augen zahlreicher Touristen tödlich verletzt worden. Es war das 15. Todesopfer seit Beginn der Aufzeichnungen über die traditionellen Stierrennen in Pamplona im Jahr 1924. Das San-Fermín-Fest gibt es seit 1591.

Für die Stierhatz werden die Tiere jeden Morgen durch die Straßen von Pamplona getrieben. Neben den Stierrennen werden Konzerte, Feuerwerke und religiöse Prozessionen organisiert.

Tierschützer protestierten auch in diesem Jahr gegen das ihrer Ansicht nach grausame Spektakel. Die Tiere würden bei der Hatz („encierro“) unnötig gequält, bevor Toreros sie am Abend in der Arena von Pamplona töten. Aktivisten zweier Tierschutzvereine hatten vor Beginn des Festes mit ihren nackten Körpern den Text „Stop the bullfights“ (Beendet die Stierkämpfe) auf eine Straße geschrieben. Die spanischen Medien berichten kaum über die Kritik. Jedes Jahr besuchen etwa eine halbe Million Touristen das Festival in Pamplona, zu dessen Ruhm der US-Schriftsteller Ernest Hemingway maßgeblich beitrug, der es in seinem Roman „Fiesta“ („The Sun Also Rises“) von 1926 beschrieb. AFP/dpa/dapd

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