40 Planschbecken zerstochen : Jagd auf den "Pool-Ripper" in Bayern

Er kommt immer nachts und hat ein Markenzeichen wie Zorro. Bereits seit 2009 treibt ein Pool-Schlitzer in Bayern sein Unwesen. Seine Opfer sind vor allem Kinderplanschbecken.

Robert Klages
Das Foto vom 10.07.2015 zeigt einen beschädigten Pool in Münnerstadt (Bayern). Ein Serientäter schlitzt seit sechs Jahren in Nordbayern immer wieder im Sommer aufblasbare Schwimmbecken auf. Fast 40 Pools hat der Täter seit 2009 in Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen) und der Umgebung zerstört.
Das Foto vom 10.07.2015 zeigt einen beschädigten Pool in Münnerstadt (Bayern). Ein Serientäter schlitzt seit sechs Jahren in...Foto: Polizei Bad Kissingen/dpa

In der bayerischen Provinz treibt ein Pool-Schlitzer sein Unwesen. Sein letztes Opfer war ein Kinderschwimmbecken auf der Terrasse eines Hauses in Bad Kissingen in der Nacht zu Donnerstag. Mehr als 1000 Liter Wasser vernichteten einen Teil des Gartens, wie infranken.de berichtet. Der Unbekannte wird von der Polizei schon länger gejagt. In den vergangenen Jahren soll er schon mehr als 30 Mal zugeschlagen haben, berichtet merkur.de.

Anscheinend ist von ein und demselben Täter auszugehen, denn der Mann oder die Frau hat ein Kennzeichen: zwei kerzengerade Schnitte in die obere Luftkammer der Plastikbecken. "Es war immer ein recht langer Schnitt, mit dem er den Kindern die Freude genommen hat. Er hat nicht einfach nur reingestochen", sagte Polizeikommissar Alexander Benkert am Donnerstag.

Ermittler Stefan Haschke zufolge kommt der Schlitzer immer nachts und klettert auch über Zäume, Mauern oder sonstige Begrenzungen. Sein Unwesen trieb er schon in Münnerstadt, Nüdlingen, Oerlenbach und Bad Kissingen. Egal, ob Kleingartenanlagen oder Wohngebiete, der Täter oder die Täterin schlägt auch innerstädtisch zu. Diverse Medien zitieren besorgte Einwohner und traurige Kinder. Bild-Online spricht gar von 40 Fällen und zeigt Bilder einer traumatisierten Familie mit zerstörtem Kinderplanschbecken.

Den Familien geht es weniger um den geringen finanziellen Schaden, als um ein verlorenes Sicherheitsgefühl im sonst so beschaulichen Bayern. Der Vater einer Opfer-Familie hat bereits einen Bewegungsmelder im Garten installiert. Über den erneuten Kauf eines Pools will die Familie noch entscheiden. Spuren vom Täter gibt es bisher keine. Nur zwei fremde Schuhabdrucke sind in dem Garten einer Familie entdeckt worden.

Diverse Zeitungen vermuten einen Kinderhasser. Stefan Haschke: "Wir sind hier mit einer Serie konfrontiert. Zur Identität des Täters gibt es derzeit keine Hinweise, auch zum Motiv können wir nur spekulieren. Wir setzen alles daran, den Täter zur Strecke zu bringen." Sollte der Täter den Beamten ins Netz gehen, drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft wegen Sachbeschädigung. "Aber dafür müssen wir ihn erst einmal bekommen."

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