Welt : 41 Jahre auf der Flucht

US-Gefängnisausbrecher in Portugal gefasst

Die Ermittler waren ihm lang nicht mehr auf der Spur. Er war schon in den 70er- Jahren als George Wright aus dem Gefängnis in New Jersey ausgebrochen und hatte sich nach einer Flugzeugentführung zwei Jahre später nach Algerien abgesetzt . Unter dem Namen Jose Luis Jorge Dos Santos lebte Wright dann seit vielen Jahren unbehelligt in der Nähe der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Doch jetzt, 41 Jahre nach seiner Flucht, muss Wright zurück in Haft. Wie die US-amerikanische Bundespolizei FBI am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, wurde der Mann in Portugal gefasst.

Im Jahr 1962 war Wright den Angaben zufolge in eine Reihe bewaffneter Raubüberfälle verwickelt. Während eines dieser Überfälle, heißt es in der kriminellen Vita von Wright, schoss jener auf den Eigentümer einer Tankstelle in Monmouth County, New Jersey. Wenige Tage später wurde er gefasst und im Prozess zu einer Gefängnisstrafe von 15 bis 30 Jahren verurteilt. Gemeinsam mit drei anderen Männern gelang ihm allerdings im Jahr 1970 die Flucht aus dem Bayside State Prison in Leesburg, New Jersey.

Wright allerdings tauchte daraufhin nicht komplett ab. Wie die „New York Times“ akribisch nachzeichnet, entführte der Entflohene im Juli 1972 den Delta Flug 841 von Miami nach Detroit. Gegen ein Lösegeld von einer Million Dollar durften die Passagiere die Maschine verlassen. Das Flugzeug wurde neu betankt und auf Verlangen der Entführer nach Algerien umdirigiert, wo die fünf Männer Asyl beantragen wollten. Vier Jahre später wurde einer von Wrights Komplizen in Paris gefasst. Wrights Spur verlor sich.

Nach Informationen der portugiesischen Zeitung „Publico“ lebte Wright, bevor er Anfang der 80er-Jahre nach Portugal ging, in Afrika in einer früheren portugiesischen Kolonie. Bei seiner Ankunft in Lissabon habe er sich seinerzeit als Bürger dieses Landes ausgewiesen. Während seiner Zeit in Portugal habe er keine Verbrechen begangen. Er war laut Medienangaben mit einer „portugiesischen Generalstochter“ zusammen, mit der er zwei etwa 20 Jahre alte Söhne habe, und arbeitete als Maler.

Dann aber, gut 30 Jahre nach Wrights Gefängnisausbruch, gingen die Verfolgungsstellen in den USA daran, die alten Fälle von Entflohenen aufzuarbeiten. Wright kamen die Ermittler dabei auf die Spur, als sie einer Reihe von Hinweisen folgten, die zu einer Adresse in Portugal führten, wie die „New York Times“ berichtet. Mit Hilfe der portugiesischen Behörden wurden Fingerabdrücke in der Identitätsdatenbank Portugals abgeglichen. Wrights Fingerabdrücke waren identisch mit denen eines Mannes mit dem Namen Jose Luis Jorge Dos Santos.

Die „Publico“ schrieb am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei in Lissabon, die Festnahmeaktion sei unspektakulär erfolgt. Beamte hätten einfach an die Tür des Mannes geklopft. babs/dpa

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