• 445000 Euro Geldstrafe für Ernst August Zeitung berichtet von neuem Zwischenfall

Welt : 445000 Euro Geldstrafe für Ernst August Zeitung berichtet von neuem Zwischenfall

Hans-Peter Wiechers[Hannover]

Hannover - Wie auf einem Jahrmarkt ging es zu. Zu Beginn des Berufungsprozesses gegen Ernst August Prinz von Hannover wegen gefährlicher Körperverletzung tobten Fotografen und Kamerateams durch den Schwurgerichtssaal und fotografierten jeden der Beteiligten. Wer eine Robe trug wurde auf der Stelle interviewt. Der Sohn des Hauptbelastungszeugen, ein Hotelier aus Kenia, verteilte Prospekte jenes gastlichen Hauses, an dessen Strand Ernst August prügelte, und auch ein Doppelgänger des Welfen drängte sich vor die Kameras und gab freimütig Interviews. Es handelte sich um einen Alleinunterhalter aus Seelze, den man für Familienfeiern und Betriebsfeste mieten kann.

Ernst August war selbst nicht anwesend, als er wegen gefährlicher Körperverletzung zu 445000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. Das Landgericht Hannover sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Welfenchef im Januar 2000 einen Disco-Besitzer in Kenia krankenhausreif geschlagen hatte. Ernst August muss mit diesem Urteil nicht ins Gefängnis. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Ernst August hatte die Attacke auf das Opfer Josef Brunlehner überraschend gestanden. Er wolle auch nicht ausschließen, dass er bei den Schlägen einen Gegenstand in der Hand gehabt habe, sagte sein Verteidiger Jochen Heidemeier. Ganz genau erinnern könne er sich allerdings nicht, er sei ganz einfach zu betrunken gewesen.

Ein Rechtsmediziner sprach von „potenziell lebensbedrohlichen“ Verletzungen. Ernst August hatte über seinen Verteidiger auch einen Fußtritt gegen eine Fotografin in Salzburg zugegeben. Nach Darstellung des Verteidigers wurde der Prinz bei dem Fußtritt gegen die Fotografin und der Attacke auf den Disco-Besitzer vom „Zorn hingerissen“.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Springe den Prinzen wegen Körperverletzung und Beleidigung zu acht Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße von 500 000 Mark verurteilt.

Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet in ihrer Freitagsausgabe von einem neuen Zwischenfall. Danach habe die Polizeidirektion Hannover der Zeitung bestätigt, dass ein 34-jähriger Luftassistent des Flughafens Hannover Anzeige gegen Ernst August wegen Beleidigung erstattet habe. Der Vorfall soll sich am Mittwochabend am Flugsteig für Privatflugzeuge zugetragen haben. Dabei ging es um eine Auseinandersetzung beim Sicherheitscheck, dem sich Ernst August wie jeder andere unterziehen musste. (mit dpa)

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