50 Jahre Alfa Romeo Giulia : Großzügige Erfolgsdame
20.06.2012 10:00 UhrDas Fachpublikum staunte nicht schlecht als Alfa 1962 auf dem Turiner Autosalon ein völlig neues Modell vorstellte. Die damals noch in Mailand ansässige Firma tat sich bis dato eher als Nischenhersteller hervor. Auf Basis der Giulietta hatte Alfa zwar ein Mittelklassemodell, ein Cabrio und ein Coupé im Angebot. Die Absatzzahlen der sportlichen Marke mit dem Mailänder Wappen im Emblem waren aber eher bescheiden. Das aber sollte das neue Modell namens Giulia ändern.
Auch wenn es die eckige Karosserie nicht gerade nahe legt, Alfas Giulia war eines der ersten Kinder des Windkanals, laut Alfa sogar das erste überhaupt. Trotz des steil aufgestellten Kühlergrills erreichte das Auto einen für damalige Verhältnisse sensationellen cw-Wert von 0,34. Vier Rundscheinwerfer vorne, eine geneigte Windschutzscheibe und ein aerodynamisch geformtes Heck machten diesen Wert möglich.
Vor allem das Heck aber zeigte, dass auch italienische Limousinen Spaß an Provokantem finden können. Das war in den sechziger Jahren keineswegs so selbstverständlich wie bei heutigen Alfa-Modellen.
Vorbildlich: Die passive Sicherheit
Auch sonst hatte die Giulia technisch so einiges zu bieten. Für die Sicherheit gab es erstmals bei Alfa Romeo Dreipunktgurte auf den beiden vorderen Plätzen und die Karosseriekonstruktion bot erstmals eine Knautschzone. An der Vorder- wie an der Hinterachse fanden sich Scheibenbremsen und im Cockpit gab es einen separaten Drehzahlmesser als Rundinstrument.
Ein Kind des Motorsports war der Vierzylinder unter der Haube. Ein Block aus Vollaluminium hielt die Zylinder mit 1570 Kubikzentimeter Hubraum in einer Reihe und erzeugte eine damals beachtliche Leistung von 92 PS (68 kW). Ermöglicht wurde diese durch zwei obenliegende Nockenwellen und eine Mehrfach-Vergaseranlage. Serienmäßig gab es dazu ein Fünfgang-Getriebe, was erst seit 1958 überhaupt im Angebot war. Damit schaffte es schon das Premierenmodellauf 165 Stundenkilometer in der Spitze.
Giulia zeigte der Konkurrenz die Heckleuchten
So setzte Alfa sein Prinzip eines sportlichen Autos für den kleinen Mann in die Tat um. Und das so gut, dass die Giulia sich in den meisten Vergleichstest an die Spitze setzen konnte. Dabei hatte die italienische Dame mit dem BMW 2002 zum Beispiel durchaus namhafte Konkurrenz.
Allerdings wurde für die Giulia auch ein stolzer Preis aufgerufen, der mit dem Motto nicht mehr so ganz im Einklang stand. 1972 kostete eine Giulia rund 10.000 D-Mark. In etwa der Preis, den BMW auch für seinen 2002 berechnete. Deshalb erschien schon 1964 mit dem 1300 ein günstigeres Modell mit etwas schlichterer Optik und 78 PS. Auf der anderen Seite gab es die Spitzenversion 1600 ti Super, die 112 PS aufbot und es bis zu 190 km/h schaffte.













