50 Verletzte in Chittagong : Wieder brennt eine Textilfabrik in Bangladesch

Erneut ist in einer Textilfabrik in Bangladesch ein Feuer ausgebrochen, 50 Menschen wurden verletzt. Damit brannte es bereits in der dritten Textilfabrik in Bangladesch innerhalb nur einer Woche. Schuld sind womöglich fehlende Sicherheitsstandards.

Mindestens 50 Menschen sind in einer Textilfabrik in Bangladesch verletzt worden, als sie nach dem Ausbruch eines Feuers in Panik gerieten. Die Arbeiter der Fabrik Section Seven Limited in der Hafenstadt Chittagong hätten am Mittwoch fluchtartig das Gebäude verlassen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bei dem Gedränge seien mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Das Feuer sei in der vierten Etage des fünfstöckigen Gebäudes wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle, wie es hieß. Erst am Samstag waren bei einem Fabrikbrand in der Nähe der Hauptstadt Dhaka mehr als 100 Textilarbeiter ums Leben gekommen. Nur drei Tage nach dem tödlichen Großbrand war in einem weiteren Betrieb in Bangladesch ein Feuer ausgebrochen.

Die häufigen Brände in den Textilfabriken haben mittlerweile auch bei deutschen Textilhändlern eine Debatte über Sicherheitsstandards ausgelöst, da viele von ihnen in Bangladesch produzieren. Ein C-&-A-Sprecher bestätigte, 220 000 Sweatshirts in der Fabrik bestellt zu haben, die in Brasilien verkauft werden sollten. Ein Mitarbeiter werde noch diese Woche nach Bangladesch fliegen, um aus erster Hand mehr über die Umstände des Unglücks zu erfahren. Derweil will der US-Konzern Walmart aus dem Vertrag mit Tazreen aussteigen.

Kirsten Clodius von Romero, einer Organisation, die sich für Arbeitsrechte einsetzt, kritisiert dies massiv: „Die Firmen sollen sich nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern Sicherheitsstandards durchsetzen.“ Trotz häufiger Unfälle gebe es immer noch „unglaubliche Sicherheitsmängel“, auch wenn die Fabrik, in der sich der Brand ereignet hatte, bislang nicht aufgefallen war.

Andere Firmen wissen gar nicht genau, wo sie produzieren lassen: Die Textilkette Takko mit mehr als 1700 Filialen will sich 2013 Klarheit über ihre Produktionsbetriebe verschaffen. Man werde für „weitgehende Transparenz“ sorgen, erklärte das Unternehmen auf Anfrage. Derzeit seien Takko nur etwa 80 Prozent der Fabriken bekannt, die Aufträge ausführten. 90 Prozent seiner Waren lässt Takko in Fernost produzieren. (dpa/Tsp)

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