Welt : 60 Hektar Kinderzimmer

NAME

Günzburg (dpa). Ein wahres Paradies aus farbenfrohen Legosteinen öffnet sich kleinen und großen Kindern im schwäbischen Günzburg. Mehr als 500 Bauarbeiter und Modelldesigner waren in den vergangenen zwei Jahren damit beschäftigt, die staubige Baustelle mit mehr als 50 Millionen Plastikbausteinen in ein buntes Märchenland zu verwandeln.

Wilde Tiere, Dinosaurier, Ritter, aber auch Autos und zahlreiche Nachbauten berühmter Gebäude und Städte sind einige der rund 40 Attraktionen, die von heute an in dem Freizeitpark zu bewundern sind.

Herzstück des 60 Hektar großen Geländes ist das Miniland. Mächtig wölbt sich dort die gläserne Kuppel des Berliner Reichstages, während rund um das Brandenburger Tor und das Nobelhotel Adlon reger Verkehr herrscht: Lego-Straßenbahnen rattern über Schienen, Lastwagen steuern per Computer über den Prachtboulevard „Unter den Linden“, und bunte Figuren tummeln sich bei der Love-Parade. Die Kanäle, Brücken und Paläste von Venedig, die farbigen Häuser und die Grachten von Amsterdam, die Skyline der Bankenmetropole Frankfurt und den Hamburger Hafen haben die Lego-Tüftler im Maßstab 1:20 nachgebaut.

Aufregender als die niedlichen Puppenstädtchen sind jedoch die vielen Attraktionen rundum. „Mir gefällt am besten, dass man hier Gold sammeln kann“, meint der sechs Jahre alte Cornelius begeistert und zeigt auf den rauschenden Wasserfall im „Land der Abenteuer“, wo neben Giraffen und Affen auch eine riesige Spinne im Dschungel lauert - natürlich nur aus Legosteinen. Julia ist dagegen völlig begeistert von den Rittern, die vor der mächtigen Burg zum Turnier laden. Gleich daneben wartet die Fabrik, in der sogar echte Legosteine hergestellt werden. „Das gibt es in Ansätzen schon im Legoland in Kalifornien, aber hier ist es jetzt richtig“, sagt Deutschland-Geschäftsführer John Jakobsen.

Insgesamt sieben Themenbereiche mit Figuren, Tieren und Fahrgeschäften gibt es im Park. Doch die Besucher sollen nicht nur zugucken: „Wir wollen mit Lego die Kreativität der Kinder wecken“, sagt Lego-Eigentümer und Enkel des Firmengründers, Kjeld Kirk Kristiansen. Und so lädt das Legoland zum Basteln und Ausprobieren ein. „Immer wenn ich einen Legolandpark besuche, wird in mir das Kind wach“, sagt Kristiansen stolz. Mehr als 150 Millionen Euro hat sein Konzern in das Kinderparadies investiert. Billig ist dieses Vergnügen nicht. 84 Euro muss eine Familie mit zwei Kindern für einen Tag zahlen, darf dafür aber fast alle Attraktionen nutzen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben