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62 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland : Boeing soll steil abgestürzt sein

Bei schlechter Sicht und starkem Wind ist eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft FlyDubai beim Landeversuch verunglückt - den der Pilot offenbar abbrechen wollte.

Ein Fahrzeug des russischen Innenministeriums steht nach dem Absturz vor dem Flughafen in Rostow am Don.
Ein Fahrzeug des russischen Innenministeriums steht nach dem Absturz vor dem Flughafen in Rostow am Don.Foto: REUTERS/Sergei Pivovarov

Bei einem Flugzeugabsturz im Süden Russlands sind alle 62 Insassen ums Leben gekommen. Nach Angaben der russischen Behörden verfehlte die Boeing 737 beim Landesversuch auf dem Flughafen von Rostow am Don bei schlechter Sicht die Landebahn, stürzte zu Boden und ging sofort in Flammen auf. An Bord des Billigfliegers aus Dubai waren demnach 55 Passagiere, darunter vier Kinder, und sieben Besatzungsmitglieder. „Wir wissen von einem Zwischenfall mit unserem Flug FZ981 von Dubai nach Rostow am Don“, schrieb die Fluggesellschaft in einer ersten kurzen Stellungnahme auf Facebook.

Das russische Katastrophenschutzministerium hatte zuvor von 61 Opfern gesprochen. Die Maschine der Fluggesellschaft FlyDubai kreiste laut den russischen Behörden nach einem abgebrochenen Landeversuch rund zwei Stunden über der etwa 1000 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Stadt, bevor sie trotz der schlechten Wetterbedingungen zum zweiten Mal zur Landung ansetzte.

Dabei streifte sie mit einer Tragfläche den Boden, zerbrach und ging in Flammen auf. Wie der Fernsehsender LifeNews berichtete, verfehlte die Maschine die Landebahn um rund hundert Meter. Es dauerte eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle war. Die Rettungsmannschaften fanden noch in anderthalb Kilometern Entfernung Wrackteile. Der Flughafen von Rostow wurde wegen der Bergungsarbeiten geschlossen. Alle Passagiere waren nach Angaben des TV-Senders Russen, unter der Besatzung waren demnach auch Ausländer.

Andere Berichte deuten indes darauf hin, dass der Pilot auch den zweiten Landeversuch abbrechen wollte. Davon spricht etwa der Fernsehsender Rossija24. „In dem Moment, als er eine weitere Schleife fliegen wollte, ist etwas geschehen und die Maschine ist abgestürzt“, sagte der Korrespondent unter Berufung auf Ermittler. Zu einem ähnlichen Schluss kamen auch Experten der Webseite flightradar24, die mit GPS-Satellitendaten arbeitet. Die Boeing 737-800 der Gesellschaft FlyDubai sei schon wieder gestiegen, als sie plötzlich wie ein Stein vom Himmel gefallen sei.

Mehrere Flüge wurden umgeleitet

Das Unglück ereignete sich gegen 01.50 Uhr MEZ. Zu dem Zeitpunkt herrschte heftiger Regen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Tass. Das Katastrophenschutzministerium hätte zudem vor starkem Wind gewarnt. Mehrere Flüge wurden nach Informationen von LifeNews auf den Flughafen im benachbarten Krasnodar umgeleitet. "Das Wetter war schrecklich", erzählte einer der Passagiere, deren Maschine in Krasnodar gelandet war. "Das Flugzeug schwankte furchtbar". Die Behörden leiteten strafrechtliche Ermittlungen wegen Verletzung der Sicherheitsbestimmungen ein. Sie schlossen auch einen Pilotenfehler nicht aus. An der Unglücksstelle wurden mittlerweile beide Flugschreiber geborgen.

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Dutzende Tote nach Flugzeugabsturz in Russland
Dutzende Tote nach Flugzeugabsturz in Russland

FlyDubai bestätigte unterdessen den Absturz von Flug FZ981 und richtete eine Notfallnummer für die Hinterbliebenen ein. Am Flughafen von Rostow am Don betreuen Notfallpsychologen die verzweifelten Angehörigen. Die Maschine war demnach um 19.20 Uhr (MEZ) von Dubai gestartet. Die Billigfluglinie gehört wie auch die große Schwester Emirates der Regierung von Dubai. Seit ihren Anfängen im Jahr 2008 ist sie stark expandiert. Größere Unfälle wurden bislang nicht bekannt.

Präsident Wladimir Putin ließ den Hinterbliebenen sein Beileid übermitteln. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte ihr Beileid aus. Sie erklärte, die Nachricht von dem Flugzeugabsturz habe in Deutschland "große Bestürzung und Trauer" ausgelöst. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen", heißt es in Merkels Kondolenz-Botschaft an Putin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach der russischen Regierung sein "tief empfundenes Beileid" aus.

Das bislang letzte schwere Unglück einer ausländischen Fluglinie in Russland war der Absturz eines Airbus A320 der armenischen Armavia im Mai 2006 bei Sotschi am Schwarzen Meer. Damals kamen 113 Menschen ums Leben. (AFP, dpa)

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