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75. Geburtstag : Juan Carlos - der ungelenke König

05.01.2013 00:00 Uhrvon
Früher konnte er die Spanier für sich einnehmen, heute fühlen sie sich abgestoßen. Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache.Bild vergrößern
Früher konnte er die Spanier für sich einnehmen, heute fühlen sie sich abgestoßen. Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache. - Foto: REUTERS

Spaniens König Juan Carlos hat seine Frau und das Volk gegen sich und wird immer kränker – an diesem Sonnabend wird er 75 Jahre alt.

Auch Könige können die Krise bekommen. Spaniens alternder Monarch Juan Carlos ist so ein Beispiel. Obwohl er gesundheitlich angeschlagen ist und sein Denkmal als „Bürgerkönig“ nach mehreren Skandalen wackelt, will er sich auch nach 37 Jahren auf dem Thron nicht zurückziehen. „Der König wird niemals abdanken“, prophezeite Königin Sofia. Sie ist nach berichteten Seitensprüngen ihres Gemahls ebenfalls auf Juan Carlos sauer – die königliche Ehe gilt als zerrüttet. Dass Königin Sofia ihren Mann nach seinem Safariunfall erst nach mehreren Tagen – und auch nur für wenige Minuten – im Krankenhaus besuchte, wurde als Indiz gewertet, dass die Monarchin die immer wieder vermuteten Seitensprünge des Gatten satt habe.

Viele Spanier waren empört über ihren König. Juan Carlos erlebe „schreckliche Jahre“, bedauert Spaniens Presse. Am heutigen Samstag wird Juan Carlos 75 Jahre alt. Kronprinz Felipe, 44 Jahre alt, wird sich vermutlich noch etwas gedulden müssen, bevor er die Krone seines Vaters erben wird. Dabei gilt Juan Carlos schon länger als pensionsreif. Der früher so stolze und beliebte Monarch, der einmal als volksnah und vorbildlich galt, ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Wackelig auf den Beinen, nuschelt er seine Reden nur noch, der rauen Wirklichkeit im Krisenland Spanien wirkt er zunehmend entrückt.

Weil sich immer mehr Untertanen abwenden, veröffentlicht das staatliche Meinungsforschungsinstitut CIS schon länger keine Umfragen mehr zum Ansehen Ihrer Majestät. In der letzten Erhebung aus dem Jahr 2011 bekundeten nur noch elf Prozent der Spanier „sehr viel“ Vertrauen in den König und seine Familie.

„Hier musst du dir den Thron immer aufs Neue verdienen, Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr“, hatte Juan Carlos einmal gesagt. „Wenn du das Volk gegen dich hast, kannst du einpacken.“

Diese Worte begleiten ihn vor allem heute. Auch mehrere Stolperunfälle belegten in der letzten Zeit, dass es um Ihre Hoheit nicht gut steht. Seit der Entfernung eines Lungentumors im Jahr 2010 kam der König nicht mehr richtig auf die Beine. Im Sommer 2011 bekam er rechts ein künstliches Kniegelenk. Wenig später erschien er mit blauem Auge, nachdem er im Palast mit einer Tür kollidierte. Im Frühjahr 2012 brach er sich im afrikanischen Botswana bei der Elefantenjagd die rechte Hüfte. Im vergangenen November wurde ihm auch links eine künstliche Hüfte eingesetzt. „Ich muss wieder in die Werkstatt“, pflegt er seine vielen Operationen zu kommentieren.

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