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Erdbeben-See in China

Raketenbeschuss verhindert Flutkatastrophe

Entwarnung in Tangjiashan: Aus einem nach dem schweren Erdbeben in Südwestchina entstandenen Stausee sind am Dienstag große Wassermassen abgeflossen. Die chinesischen Behörden haben mit kontrollierten Sprengungen das Ablaufen des Wassers aus dem See massiv beschleunigt, um einen Dammbruch zu verhindern.
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Der "Erdbeben-See" in chinesischen Tangjiashan fließt langsam ab. - Foto: dpa
Mianyang -  Nachdem vier Dämme kleinerer Stauseen unterhalb des Sees in Tangjiashan gebrochen sind, scheint die Gefahr einer Flutkatastrophe in der chinesischen Erdbebenregion Sichuan vorerst gebannt. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag lief das Wasser aus dem künstlichen See im südwestlichen Tangjiashan am Dienstag 60 Mal schneller ab als zuvor.

250.000 Menschen evakuiert

Durch die sinkenden Pegelstände sei die Überschemmungsgefahr gesunken. Das Militär hatte den Angaben zufolge mit zehn Raketen Geröllhaufen weggesprengt, die einen zuvor gegrabenen Abflusskanal blockiert hatten.

Die Fluten sollten den Erwartungen nach später am Dienstag die Stadt Mianyang erreichen. Dort waren bereits 250.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Nach einem Notfallplan müssen eventuell noch mehr als eine Millionen Menschen zusätzlich an andere Orte gebracht werden.

Leichen werden ins Tal gespült

Im abfließenden Wasser seien auch Erdbebenschutt wie Fernseher und Kühlschränke sowie Leichen von Erdbebenopfern, die noch nicht geborgen werden konnten, mit hinab gespült worden. Der Wasserpegel des Stausees ist nach Angaben von Xinhua über Nacht um mehr als fünf Meter gesunken.

Der Stausee entstand durch massive Erdrutsche nach dem verheerenden Erdbeben am 12. Mai, bei dem rund 69.000 Menschen ums Leben kamen. Bei einem Dammbruch wäre das Leben von mehr als einer Million Menschen gefährdet. Millionen sind seit der schweren Naturkatastrophe obdachlos. (iba/AFP)
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