Um keine fremden Männer mit Blicken zu erregen, empfiehlt ein islamischer Gelehrter Frauen, ein Auge ähnlich einem Piraten zu bedecken. Muslimische Frauen sind empört. Männer hingegen erklären, dass eine Frau sowieso nicht ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen sollte.
Riad -
Ein Religionsgelehrter aus Saudi-Arabien will, dass muslimische Frauen in der Öffentlichkeit ein Auge bedecken, damit ihre Blicke keine fremden Männer erregen. In einer Sendung des arabischen TV-Senders "Al-Madschd" schlug Scheich Mohammed al-Habdan vor, die Frauen sollten, wenn sie zum Einkaufen gehen, nicht nur den Körper, das Haar und das Gesicht mit Schleiern verhüllen, sondern auch ein Auge. Ansonsten seien ihre Blicke vor allem für unverheiratete Männer schwer zu ertragen. Alternativ könnten sie auch ein Netz vor den Augen tragen mit einem dünnen schwarzen Tuch darüber, das sie zum Betrachten der Ware kurz lüften könnten.
Auf der Website des Nachrichtensenders Al-Arabija gingen zu dem Kommentar des Scheichs, der vor zwei Jahren schon mit einer Kampagne gegen Frauensport für Aufsehen gesorgt hatte, am Freitag viele empörte Kommentare muslimischer Frauen ein. Es fanden sich aber auch Kommentare saudischer Männer, die erklärten, Frauen sollten ohnehin nicht ohne Begleitung ihres Ehemannes oder eines männlichen Verwandten das Haus verlassen.
Das Tragen eines schwarzen weiten Gewandes ("Abbaja") und eines schwarzen Kopftuches ("Hidschab") in der Öffentlichkeit ist in Saudi-Arabien vorgeschrieben. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird von der Religionspolizei überwacht. Viele saudische Frauen tragen zusätzlich auch noch einen Gesichtsschleier, der nur einen schmalen Sehschlitz freilässt.
(nal/dpa)
Kommentare [ 24 ] Kommentar hinzufügen »
Aber was erwartet man auch bei der jahrelangen Unterdrückung der biologischen Bedürfnisse.
Mal im Ernst, würde das Thema nicht dankbar die gängigen Klischees bedienen, wäre diese Meldung nie veröffentlicht worden.
Wann sollte denn Ihrer Meinung nach eine solche Meldung NICHT veröffentlicht werden? Wenn die Benachteiligung von Frauen gesellschaftlich anerkannt wäre?
schlaegt sowas vor und es sind gleich alle Moslems die das wollen?
Geht die Hetze gegen Moslems also in die naechste Runde
Ich würd sehr gern die Meinung von Ahmadinejad darueber hoeren
Hauptsache die Menschen regen sich auf und sind abgelenkt
Propaganda wo man nur hinsieht
youtube.com/watch?v=gUaN7meqlIk
Und, bitte, wo wird denn hier (in einer neuen Runde) gegen die Moslems gehetzt? Wer sich vehement gegen Dyba oder Bush äußert, hetzt der gegen die Christen oder gegen die Demokratie? Überempfindlichkeit und Reduktion auf einen (Neben-)Aspekt sind nur eine Form, einer Diskussion auszuweichen.
Wahscheinlich auch vom Thema etwas abhängig
MfG
"... aus Saudi Arabien kommt...weiss gar nicht warum das mit dem Islam assoziiert wird. "
Genau, die Juden und Christen in Saudi-Arabien halten sich doch auch daran.
Ansonsten ist die Position der Frau in Saudi-Arabien schlechter als im europäischen Mittelalter, denn auch im arabischen Raum rollen Köpfe. Nur das sollte verbildlicht werden.
Wenn eine Tradition, eine Sitte, eine Konvention schlecht und mit Zwang verbunden ist, wird sie dann durch den Hinweis auf den kulturellen Hintergrund besser? Nein, das ist keineswegs der Fall. Ihre Entstehung wird dadurch verständlich; beseitig muss sie dennoch werden.
Die Tuareg respektieren ihre Frauen, tatsächlich gilt in weiten Teil wohl heute noch das Matriarchat. Damit haben die Tuareg mit dem Islam arabischer Prägung so gut wie gar nichts zu tun, tatsächlich sind beide Volksgruppen historisch seit weit über tausend Jahren verfeindet. Die Tuareg würden sich wohl einen Vergleich verbieten.
Und wer sich schon vom Blick einer Frau angestachelt fühlt braucht wirklich dringend einen Besuch beim Psychiater oder eine gehörige Dosis Valium. Egal ob Muslim oder sonstwas.
"Ich hoffe mal, Ihr Kommentar war ironisch oder sarkastisch gemeint"
Zitatende
Ja.
Ich hab zwar bischen dick aufgetragen, aber der Kommentar
ging durch... ;-)
Das Problem ist, dass diese Propaganda meist auf junge Leute trifft, die vom Islam nichts wissen, sie denken wirklich, das sei der einzig wahre Weg. Alle normalen Moslems zählen für sie nicht mit. Die Folgen können im allerschlimmsten Fall so aussehen wie bei Eric B, der jetzt mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Kurz gesagt, der Radikal-Islam geht uns alle an - ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.
Gruß, Krefelderin
"dortige radikale Islamauslegung", Sie meinen Koranauslegung.
"Tolerante" hiesige Koranauslegung lautet so:
"Der Koran ist die verbale Offenbarung Gottes [Allahs]"
(Islamische Charta, Art. 3, Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.).
Zum abwegigen "Propaganda"-Vorwurf gegen den TS:
Propaganda oder Information?:
Saudisches Sharia-Heirats- und Hinrichtungsalter für kleine Mädchen:
Neun Jahre.
Der mündige Leser möge selbst recherchieren, ob das Wahrheit oder "Propaganda" ist.