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Der neue Generationskonflikt

Internet-Sperren: Die Gegner der Gegner

Eine neue Bewegung bildet sich: Sie will keine Internetsperren – und kein Verbot von Paintball. Sie will Musik und Filme kostenlos downloaden dürfen. Von der Politik wird diese Bewegung verachtet. Das könnte sich rächen. Kommt der nächste große Generationskonflikt?
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Schießen mit Farbkugeln. Der SPD ist das geplante Verbot inzwischen peinlich, die Union hadert noch. - Foto: dpa
Droht ein neuer Generationenkonflikt? Mit großem Unverständnis hat die Politik auf eine Bewegung reagiert, die sich in den vergangenen Wochen an drei Themen rieb: dem geplanten Verbot des Paintball-Sports, bei dem Spieler mit Farbkugeln aufeinander schießen; der Verurteilung der Betreiber der Internet-Tauschbörse Pirate Bay in Schweden zu Haftstrafen; und den Plänen der Bundesregierung, im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet Nutzersperren einzurichten, die dem Staat die Möglichkeit einräumen, Zensur auf allen Feldern auszuüben.

„Wie man eine Generation verliert“, titelte „Zeit online“. Politiker hätten für die Gegner dieser Maßnahmen nur Verachtung übrig und verprellten so ihre künftigen Wähler.

Wer sind diese Gegner eigentlich? Als Antwort auf Zensur und Verbote haben sie sich als Internetpiraten und Paintballer inzwischen in Parteien formiert. Und 82 000 Unterschriften sammelte in kürzester Zeit die Initiative für eine Petition gegen Internetzensur. Sie alle wehren sich gegen die „Placebo-Politik“ der großen Parteien, die ihrer Ansicht nach viel zu weit von der Realität junger Erwachsener entfernt sind.

„Wir wollen keine Gesetze brechen, wir wollen sie ändern, weil sie in unserem digitalen Zeitalter nicht mehr brauchbar sind“, fordert die etwas über tausend Mitglieder starke Piratenpartei, die in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Europa- und Bundestagswahl antritt. Für „freies Wissen für alle“ kämpfen die Piraten, eine Reform des Urheberrechts und die Legalisierung des freien Herunterladens von Musik und Videos über das Internet.

Das Netz ist für sie Alltagsgegenstand in der modernen Informationsgesellschaft. An der etablierten Politik aber rauscht die wandlungsfähige neue Welt in rasendem Tempo vorbei. Twitter, Blogs und Social Networking Sites gehören fest zum Lebensstil vieler Menschen, „aber die meisten Politiker haben noch nie etwas von diesen Dingen gehört“, sagt der Spitzenkandidat der Piraten für die Europa- und Bundestagswahl, Andreas Popp. Er hat Wirtschaftsmathematik studiert, ist 25 Jahre alt und gehört zu den „digital natives“, an die er sich mit seiner Politik wenden will – junge, IT-affine Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Popp und seine Piraten sträuben sich gegen „die veraltete Politik der Volksparteien“, die „totale Internetanalphabeten sind und das Internet deshalb ständig als etwas Böses betrachten“.

Als bedrohlich empfanden die Regierungsparteien CDU und SPD auch Kampfspiele wie Paintball. Das geplante Verbot des Trendsports sollte eine Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden sein. Dass die Regierung sich lächerlich macht, wenn sie den Schützenvereinen, aus deren Milieu der Amokläufer kam, die Waffen belässt, aber andererseits Leuten das Farbkugel-Schießen verbietet, hat zumindest die SPD inzwischen gemerkt. Die Union zögert noch mit einem Rückzieher und stellte gestern auf Anfrage klar, eine endgültige Entscheidung falle erst Ende des Monats. Währenddessen haben sich die Paintballer zur Deutschen Paintballpartei (DPP) zusammengetan. „Sie werden aus einer emotional-moralischen Haltung heraus unterdrückt, die sich nicht mit Fakten untermauern lässt“, sagt Anwalt Dirk Baumann, der die Trendsportler vertritt. „Aber ich kann nicht alles verbieten, was mir nicht passt, nur weil ich es nicht kenne.“ Die DPP muss allerdings noch durch den Bundeswahlleiter genehmigt werden. Das kann einige Wochen dauern. Aber „wir sehen keine andere Möglichkeit mehr, unsere Interessen zu verteidigen“, sagt Baumann. Knapp 1900 Beitrittserklärungen hat er seit Anfang letzter Woche registriert, auch bei der DPP liegt der Altersschnitt bei Mitte 20. Entgegen den Vorurteilen seien Paintballspieler keine Freaks, sagt Arne Petry, Sprecher der Deutschen Paintball-Liga. „Das sind ganz normale Leute, vom Arzt bis zum Bauarbeiter.“ Ihre Idee, eine Partei zu gründen, „wird aber sicher von vielen belächelt“, sagt Baumann.

Unterschätzt und belächelt wurde auch die „Piratpartiet“, das schwedische Vorbild der deutschen Piratenpartei, als sie Anfang 2006 gegründet wurde. Von den Mitgliedern her ist sie mit 43 000 Eingeschriebenen die drittgrößte Partei in Schweden und hat gute Chancen, in das EU-Parlament einzuziehen: Nach einer Umfrage in der Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter“ könnten die Piraten bei der Wahl Anfang Juni 5,1 Prozent der Stimmen erhalten. Eng verbunden ist die Partei mit den Betreibern von Pirate Bay, einer Online-Tauschbörse, über die Nutzer kostenlos an Raubkopien von Musik und Filmen gelangen können. Nach deren Verurteilung Mitte April entflammte in Stockholm eine Welle des Protests. Tausend Jugendliche fühlten sich als moderne Freiheitskämpfer und protestierten auf der Straße gegen das Urteil. Was für die Piratpartiet der Pirate-Bay-Prozess ist, ist für die deutschen Piraten die Online-Petition gegen die Sperre von Kinderpornoseiten im Internet. Die 29-jährige Initiatorin Franziska Heine ist über den Erfolg ihrer Petition nicht nur überrascht. „Wir können der Politik klarmachen, dass sie nicht im Sinne des Volkes handelt.“ Sie ist zwar keine Piratin. Aber die Bloggerin gehört zur selben Generation junger Erwachsener und trifft mit ihrer Petition genau den Nerv der Piratenpartei. Und den vieler anderer: „Die Petition war keine halbe Stunde auf Twitter gepostet, schon haben sie Tausende gezeichnet“, sagt Andreas Popp. Den Internetpiraten hat die Debatte neue Mitglieder beschert. Die Gegner der Sperren betonen, dass sie den Kampf gegen Kinderpornografie für außerordentlich wichtig halten. Ihr entscheidendes Argument: Die geplante Sperre löscht kein einziges Pornobild im Internet. Nur der Zugriff wird erschwert. Die Sperre aber kann über Umwege von Tätern umgangen werden, weshalb die Pläne unwirksam sind. Deshalb sind auch Organisationen gegen Kinderpornografie skeptisch. Gleichzeitig gibt sich die Regierung mit den geplanten Sperren ein Instrument in die Hand, um Inhalte jedweder Art zensieren zu können.

Diese symbolische Politik, die nichts Wirkliches bewirkt, sondern nur Aktionismus simuliert und sich gegen eine neue Welt richtet, die die Politiker selbst nicht kennen, das ist es, was die Gegner empört. Andreas Popp: „Vielleicht sind wir ja für die neuen Technologien, was die Grünen für die Umwelt waren.“



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 16.05.2009)
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Comment
von freidenker freidenker ist gerade offline | 15.5.2009 22:08 Uhr
kein Staat zu machen ...
Wenn dem so wäre, dann wäre das eine Bewegung (meinetwegen auch "Generation"), mit der kein Staat zu machen ist.

Und da es ohne Staat und staatstragende Gruppen nun mal nicht geht, wäre das dann eine sehr bedrückende Aussicht.

Individualisten, die auf Rechte pochen und möglichst noch alles umsonst haben wollen, zugleich aber Pflichten, soziale Bindungen und Verantwortung scheuen.

Mehr ist dem eigentlich nicht hinzuzufügen.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 16.5.2009 1:23 Uhr
Verpasster Fortschritt
Ein guter Staat stuetzt sich auf klare Freidenker, mit Ethik, Moral, und Idealen. Ein erfolgreicher Staat erkennt auch den Fortschritt und neue Entwicklungen, um sie fuer den Staat und den Wohlstand zu nuetzen.

Was aus Duckmaeusertum, Stillstand, Freiheitsbegrenzung und verpassten Entwicklungen entsteht, hat man u.A. hier vor 70 Jahren, im Ostblock, Nord Korea und in den Industriegebieten Grossbrittanniens gesehen.

Sie, "freidenker", zeigen genau den Gedankengang, neue Entwicklungen als negativ und fortschrittliche Menschen als verantwortungslose Chaoten abzutun, den 'man in der Geschichte immer wieder gesehen hat.
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von freidenker freidenker ist gerade offline | 16.5.2009 13:01 Uhr
@ jetbundle
Hallo jetbundle,

Sie schreiben:
"Ein guter Staat stuetzt sich auf klare Freidenker, mit Ethik, Moral, und Idealen. Ein erfolgreicher Staat erkennt auch den Fortschritt und neue Entwicklungen, um sie fuer den Staat und den Wohlstand zu nuetzen."

Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein.

Allerdings ist mir vollkommen unklar, wie Sie darauf kommen, ausgerechnet bei Paintball-Spielern oder Leuten, die schlichtweg umsonst irgendwas runterladen wollen besondere ethik, Moral oder Ideale finden wollen ... ???

Vielleicht schließen Sie von sich selbst auf andere?!


Außerdem scheint mir eine "politische Bewegung", die nichts anderes im Programm hat als ihre eigenen kleinen Vorteile (z.B. kostenlose Downloads, Ballerspiele, quasi rechtsfreie Räume im Netz), doch programmatisch äußerst dünn.

Insofern wiederhole ich, dass damit kein Staat zu machen ist. Im doppelten Sinne.


Dass die bewussten politischen Maßnahmen in einer wirtschaftlich frustrierten und viel gegängelten jungen Bevölkerung zu Unmut führen könnten - vielleicht sogar zu mehr - das sehe ich auch.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 16.5.2009 15:47 Uhr
@freidenker
Ich denke Sie haben da Vorurteile.

Wieso sollen Paintball Spieler schlechte Leute sein? An meine Forschungsinstitut spielen viele Wissenschaftler, die man im Volksmund zur wissenschaftlichen Elite zaehlen kann, liebend gerne Paintball. Das ist ein Sport, der Spass macht, und schnelle Reaktion, Ausdauer, Strategie und Feinmotorik braucht. Ich selber spiele kein Paintball, aber mir geht gegen den Strich, dass Politike, die keine Ahnung davon haben, und ehrlich gesagt 'mal etwas Bewegung brauchen koennten, aus Unwissen, Vorurteilen und populistischem Aktionismus die Freiheitsrechte der Menschen in diesem Land einschraenken wollen. Ich selber benutze liebend gerne Roller Blades, und es geht mir auf den Senkel staendig in aehlicher Weise diskriminiert zu werden.

Auch denke ich, das ein Gaeschaeftsmodell von Plattenlabels, was auf Spionage, Klagen, eingeschleuster Trojans und dem Aufstellen technischer Hindernisse basiert schlichtweg veraltet ist. Im 21. Jh. sind physische Tontraeger nicht notwendig, Recording Equipment ist ein Laptop mit guter Soundkarte, und Publicity wird ueber's Web 2.0 gemacht. Da sind veraltete konzepte hinderlich an der kulturellen Entwicklung und schlictweg Ressourcenverschwendung.

Sie earwahnten "rechtsfreie Raeume" im Internet - die gibt es nicht. Wenn ich verfassungswiedrige oder sittenwiedrige Inhalte in's internet stelle, kann gegen mich ermittelt werden, mit entsprechenden Konsequenzen. Die Ermittlungsbehoerden mussen nur im 21. Jh ankommen: International kollaborieren, und die modernen technologien nutzen. Durch die einfache Zensur wird der Rechtsstaat unterlaufen - aus Unwissen, Faulheit und anderen Motiven; auf Kosten unserer Freiheit denn das Internet ist mehr als nur eine Zeitschrift.

Die jungen Menschen heutzutage sind halt (noch) nicht politisch aggressiv, wie 68'er 0 das ist nicht die Kultur. Die 68'er waren agressiv als gegenreaktion gegen ihre Eltern. Heutzutage sind die jungen Menschen besonnener, aufgeklaerter und gebildeter
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 16.5.2009 1:32 Uhr
Richtig Erkannt
Copyright und Abwrackpraemie sind die Kohlesubventionen des 21. Jahrhunderts. Zensur und Staatsspionage die Notstandsgesetze, und Paintball und Rollerblades sind Sex und Rock'n Roll des 21. Jahrhunderts.
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von habeeinefrage habeeinefrage ist gerade offline | 16.5.2009 14:30 Uhr
@freidenker
wo sind paintballer individualisten?
haben paintballer keine rechte?
was wollen paintballer umsonst haben?
welche pflichten scheuen paintballer?
wieso sollten paintballer keine soziale bindung haben?
welche verantwortung scheuen paintballer?

danke für die antworten.
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von freidenker freidenker ist gerade offline | 16.5.2009 19:51 Uhr
@ habeeinefrage.................. töten ist kein Spiel
1. Ich bezog meine Kritik im obigen Kommentar nicht ausdrücklich auf "Paintballer", sondern verallgemeinernd auf eine größere Gruppe von eher jüngeren Leuten - jene Gruppe, die im TSP-Artikel als "neue Bewegung" tituliert wird.
Insofern zielt Ihre Frage etwas ins Leere.


2. Gestehen Sie mir das Recht zu, "Paintball" ebenso schwachsinnig zu finden wie andere Baller-"Spiele" auch.

Töten ist kein Spiel.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 16.5.2009 22:37 Uhr
@freidenker
Sie finden vielleicht Paintball schwachsinnig (vermutlich auch weil Sie es anscheinend nicht kennen), jemand anders mag Golfspielen schwachsinnig finden. Wollen wir deswegen Golfspielen verbieten (hohle Ausrede: durch Wald-, Agrarland- und Wasserverschwendung muessen Menschen in Afrika hungern)? Diese Art von Denken hat in unserem Land nichts verloren.
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von ameland ameland ist gerade offline | 15.5.2009 23:00 Uhr
"Der SPD ist das geplante Verbot inzwischen peinlich"
Mir ist es peinlich, dass ich in einer Zeit lebe, in der Erwachsene - nach den inzwischen oft in den Medien zu findenden Bildern zu urteilen, kann es sich nicht um Kinder handeln - sich mit solchen Spielen abgeben. Da kann ich nur sagen: Hilfe, ich will hier raus.
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von udittmer udittmer ist gerade offline | 16.5.2009 7:52 Uhr
Unsinn im Artikel und Unsinn der Regierenden
Natürlich sind die Damen und Herren Politiker in Gefahr viel Ansehen bei den Wählern zu verlieren. Um nur mal die Internetsperre zu nehmen: welcher mündige Bürger wird denn mit Ehrfurcht ein Gesetz begrüßen welches das angestrebte Ziel explizit nicht erreicht, und dafür Mittel einsetzt die technisch extrem leicht zu umgehen sind? Mal ganz abgesehen von der Einführung einer unkontrollierbaren und nicht transparenten Zensurinstanz; die Erfahrung zeigt daß solche Möglichkeiten immer ausgeweitet worden sind auch auf andere Bereiche als die ursprünglich vorgesehenen. Wenn dann der federführende Bundeswirtschaftsminister in einem Kommentar in der Tagesschau durchblicken läßt daß er nicht mal ansatzweise versteht was die Auswirkungen des Gesetzes oder die Einwände der Petition sind, has das natürlich verheerende Folgen.

Aber die Autorin zeigt wenig Sachkenntnis wenn sie Gruppen wie Paintballspieler, Gegner der Internetsperre und Befürworter von Urheberrechtsbruch in einen Topf wirft. Vereinzelt gibt es sicher Überlappungen, aber als Gruppen haben diese nicht nur konkret sondern auch im Geiste nichts miteinander zu tun.
Vielen Politikern scheint aber die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein sich mit Kritik und Kritikern sachlich auseinanderzusetzen, und dabei die eigene Arbeit inhaltlich zu verteidigen. Stattdessen wird entweder beschimpft (wenn es Politiker anderer Parteien geht) oder abqualifiziert (wenn der Rest der Bürger es wagt eine abweichende Meinung zu haben). Kein Wunder wenn da Verdruss aufkommt. Hier ist viel Aktionismus und Wahlkampf im Spiel; das Land und seine Bürger verlieren. Aber die Parteien und die in ihnen aktiven Politiker gewinnen auch nicht.
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von abatic abatic ist gerade offline | 16.5.2009 11:38 Uhr
@udittmer
Das ist kein Unsinn - Thema war "Der neue Generationskonflikt" und damit liegt die Autorin golrichtig - für alle 3 Gruppen. Die ältere Generationen treiben sich weder auf einem Paintball Platz herum, noch unterzeichnen sie Internetpetitionen. Wenn Sie über 50 sind, und das alles tun, sind Sie bestimmt eine grosse Ausnahme.
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von udittmer udittmer ist gerade offline | 18.5.2009 13:06 Uhr
Generationskonflikt ist was anderes
Unmut über Entscheidungen bzw. Widerstand dagegen hat es immer gegeben. Heutzutage ist es dank immer verbreiteteren Massenkommunikationsmittlen und Internet einfacher diese zu bündeln und zu organisieren. Daß diese Mittel von Jüngeren selbstverständlicher und weitergehend benutzt werden ist normal. Das macht aber noch keinen Generationenkonflikt aus der Sache.

Offenbar kommt dies aber einer ganzen Reihe unter den Damen und Herren Politikern ungelegen. Das ist verständlich - wer läßt sich schon gern öffentlich hinterfragen und kritisieren, und gar -mon dieu!- den Sachverstand absprechen. Unfehlbar ist niemand, aber wenn man merkt daß einem massiv der Wind ins Gesicht blaest, und auch die Experten (in diesem Fall des BKA) beschlossene Maßnahmen für unwirksam halten, dann ist es höchste Zeit nochmal ein bischen nachzudenken.

Nein, hier geht es um Populismus vor einer Wahl, für den man sich die falschen Ziele ausgesucht hat. Wenn hier ein Generationenkonflikt besteht, dann zwischen einer Generation die für dumm verkauft, und einer die sich nicht für dumm verkaufen läßt. Gut so!

(Den Zusammenhang zwischen Paintball und Gewaltverbrechen würde ich übrigens gern mal seriös nachgewiesen sehen, aber so weit reicht die Diskussion und deren Argumente ja nicht.)
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von bernd2 bernd2 ist gerade offline | 16.5.2009 7:56 Uhr
Alles tun zum Schutz des Mißbrauchs
zitat:
Die geplante Sperre löscht kein einziges Pornobild im Internet. Nur der Zugriff wird erschwert. Die Sperre aber kann über Umwege von Tätern umgangen werden, weshalb die Pläne unwirksam sind.

Mit demselben Argument könnte man nun davon absehen, seine Haustür zu verschließen, weil ja jeder Einbrecher die Tür aufbrechen könnte. Es ist aber so, je schwieriger der Einstieg wird, umso mehr Leute hält sie ab, denn nicht alle Pädophile sind Internet-Könner. Das nennt man Prävention. Wenn ich es mir aber aussuchen könnte, würde ich die Serverbetreiber zwingen, Pornoseiten zu sperren und das Herunterladen von Musik unmöglich machen. Musik heruntergeladen ist Diebstahl. Genausogut könnte man den CD-Klau in Musikgeschäften straffrei halten. Ich bin selbst Internetnutzer und mit dem PC von seinen Anfängen vertraut, bin aber dafür, daß alle Informationen , die anderen schaden, nicht zugänglich sein dürfen. Dazu gehört eben auch die Kinderpornographie genauso wie der Datenklau.
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von grumpf grumpf ist gerade offline | 16.5.2009 9:31 Uhr
Internetsperren = willkürliche Zensur !


Zitat von bernd2

Ich bin selbst Internetnutzer und mit dem PC von seinen Anfängen vertraut,...


nur leider nie über diese hinaus gekommen?
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von viminal viminal ist gerade offline | 16.5.2009 9:44 Uhr
Ach bernd2!
Viele Kritiker von Zensursula fordern keineswegs, dass aufgrund der Unwirksamkeit der Leyen-Sperre keine Sperrmaßnahme gegen KiPo erfolgen sollte - sie fordern stattdessen eine wirksame Sperre.
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von abatic abatic ist gerade offline | 16.5.2009 11:46 Uhr
@bernd2
Copyright ist aber meine Meinung nach ganz anders zu betrachten. Hier sind Lizenzen nicht zeitgemäß, denn wenn sich der Copyright Inhaber das Geld von den Internet Anbieter, der der den Dienst des Herunterladens offeriert, holt, gibt es auch kein Problem mit dem Copyright. Internet User werden nicht kriminalisiert und die ohnehin schon überlastete Justiz hat hier weniger zu tun.

In China bekommen die Lizenzinhaber bereits von Google das Geld für Musikdownloads, diese sind daher für die User kostenfrei.

Früher konnte ich mir auch die Langspielplatte eines Freundes auf eine Musik Kassette aufnehmen (ist schon alt diese Technik - gibt es heute kaum noch), obwohl es nicht meine Langspielplatte sein musste. Hier ist Umdenken gefragt, da braucht man nicht nach dem Staat rufen...
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von c c ist gerade offline | 16.5.2009 9:45 Uhr
Das Internet
Das Internet ist der Politk schon seit langem ein Dorn im Auge. Viel zu anarchich und viel zu unkontrolliert. Freier und unkontrollierter Informations- und Warenaustausch, echte Redefreiheit, ja wo kommen wir denn da hin? Kein Wunder das unter den seltsamsten Vorwaenden versucht wird der Sache immer wieder einen Riegel vorzuschieben. Bloss wie macht man denn das, wenn man ja angeblich in einer freien, demokratischen Gesellschaft lebt? Richtig, die altbekannten Zugpferde ueber die sich ja so schoen polarisieren laesst werden zum x-ten Mal vor den Karren gespannt. Terrorismus, Kinderpornographie etc. Die Kinderpornosperre ist halt die letzte Sau die durchs Dorf getrieben wird. Es geht nicht darum das die Massnahme wirkungslos ist, schliesslich geht es ja nicht wirklich um Kinderpornos. Es geht darum einen Fuss in die Tuer zu bekommen hinsichtlich der Zensur des Internets. Und die treibenden Kraefte sind die politische Kontrollfreaks und viel mehr die Wirtschaft. Ist doch schon immer so gewesen. Warum kriegt man 2 Jahre auf Bewaehrung wenn man betrunken mit dem Auto einen Menschen toetet, aber 10 Jahre wenn man eine Bank ueberfaellt und 10,000 Euro erbeutet? Weil Geld wichtiger ist als Ideale. Das ist im Internet nicht anders. Das Internet muss demnach in Verwertungskanaele um-organisiert werden, so aehnlich wie das alte BTX System. Das waer was. So lange wir 50 Pfennig die Minute kassieren kann es dann auch Sex und Ballerspiele geben.
Meine Voraussage ist ist wie folgt: Die Politik, angetrieben von der Wirtschaft, wird nicht ruhen bis das Internet komlett durchorganisiert und durchkommerzialisiert ist. Bis auch die letzte Seite wie die ZDF Homepage aussieht und bis jede Information durch staatlich kontrollierte Kanaele geht, natuerlich mit entsprechender materieller Verwertungsstruktur. Natuerlich eine gewisse Uebertreibung diese Voraussage, aber in die Richtung geht es, so sieht Herr Schaeubles feuchter Traum aus.

Gruss Carsten
Comment
von viminal viminal ist gerade offline | 16.5.2009 9:50 Uhr
@ameland
Peinlich ist Ihr Verhalten in der Tat.
Anstatt Dinge die Sie für Mißstände halten verändern zu wollen, wollen Sie einfach allem den Rücken kehren.
Wahrscheinlich soll sich mal wieder jemand anderes darum kümmern!

... nicht verwunderlich, dass Sie darüber heulen müssen wie schlecht doch die Welt ist.
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von mannemoe mannemoe ist gerade offline | 16.5.2009 10:00 Uhr
Jugend...
.."wer seine Jugend verliert, der verliert seine Zukunft"...

So wird es wohl kommen...wenn ein Land von "Greisen" regiert wird...und immer weiter "vergreist"...
Greise sind nicht zukunftsfähig und "rückwärtsgewandt"...der Abstand zur Jugend mit ihren neuen Techniken und Ideen wurde zu groß...
das sind keine guten Zukunftsaussichten.....
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von borax borax ist gerade offline | 16.5.2009 10:14 Uhr
Ich würde da....
nicht unbedingt ein Generationenproblem draus schnitzen. Gerade auch der Versuch, eine staatliche Internetzensur einzuführen unter dem Label einer an sicht guten Sache (Bekämpfung der Kinderpornographie) wird auch von älteren durchaus sehr kritisch gesehen. Denn ist eine Zensur erst mal passiert, ist das Sperren von anderen unliebsamen Seiten (z. B. parteikritischen Seiten) nur noch eine Frage der Zeit. Gerade Leute, die die DDR noch kannten haben in der Hinsicht eine erhöhte Sensibilität.

Nein, es handelt sich nicht um einen Generationenkonflikt, sondern um eine Ablehnung der ausufernden Vorschrifteritis durch Politik. Politiker gebärden sich immer mehr wie die Super-Nannys der Nation, und wenn der Bürger nicht brav ist, muss er auf die "stille Treppe". Gleichzeitig wird der Bürger abgezockt bis zum letzten.

Ich glaube, es ist diese ständige Drangsalierung durch Politik, ohne dass der Bürger das Gefühl hat, dass das für irgendetwas gut ist, also dass er zum Ausgleich irgendeine Art von Verbesserung (Lebensqualität etc.) spürt. Der Staat mischt sich in zwischen in die letzten Lebenskleinigkeiten ein, davon fühlen sich einfach viele Leute extrem abgestoßen.
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von djron djron ist gerade offline | 16.5.2009 11:09 Uhr
Oh LOL
Lächerlich finde ich den Vorstoß, Paintball verbieten zu wollen.

Lächerlich finde ich auch, dass jemand etwas Neues versuchen möchte, um die Nutzung von Kinderpornographie im Internet zu erschweren, und dann als "Hinterwäldler" oder "rückwärtsgewand" betitelt wird. Diese Initiative versucht etwas, von dem alle sagen "da kann man eh nichts gegen tun". Typisch wieder die Paranoia der Internetgemeinde, die hier gleich wieder von "Überwachung", "Zensur", "Schäuble ist da (oh lol)" und "1984" reden. Wenn man sich das so anschaut, dann unterscheiden sich die völlig übertriebenen Ängste der Paintballverbieter kein bißchen von den völlig übertriebenen Ängsten der Internetgemeinde.

Vielleicht kann ja mal jemand einen realistischen Vorschlag gegen die Verbreitung von Kinderpornos im Internet der von der Leyen vorlegen, der kein Eingriff gegenüber anderen darstellt. Na da bin ich gespannt.

Achtung Achtung, Dr. Wolfgang will nur eure Urlaubsfotos sehen, Achtung Achtung ;-)
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von wonko wonko ist gerade offline | 16.5.2009 13:10 Uhr
Oh nein
Es geht nicht darum, nichts gegen Kinderpornographie zu tun, es geht darum doch bitte etwas sinnvolles, wirksames zu tun. Und was kann man tun? Sich ein Beispiel an Carechild [1] nehmen. Die haben 20 Domains von der geleakten dänischen Sperrliste genommen und sich direkt an die ISPs gewendet. Innerhalb weniger Stunden waren die meisten davon abgeschaltet. Und Carechild ist keine Behörde, die haben einfach an die Provider geschrieben und auf die Inhalte hingewiesen. Und da Kinderpornografie, anders als unsere verehrte Familieninnenministerin so gerne behauptet, in so ungefähr jedem Land strafbar ist besteht auch in der Regel eine Handhabe; man muß nur wollen.
Damit kann man ein Angebot nachhaltig entfernen. Und wenn man die Konsumenten auch belangen will dann sollten die Zugriffslogs hinreichend Material liefern.


[1]
http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_1.html
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von viminal viminal ist gerade offline | 16.5.2009 13:35 Uhr
Lügen und polemisieren...
... ist offenbar alles was die Leyen-Fans können.

djron, es ist schlicht und ergreifend, falsch - nochmal: FALSCH - das irgendjemand behauptet man könne nichts gegen KiPo im Internet tun. Ebenso falsch ist nur die Behauptung die Initiative von der Leyens würde etwas gegen KiPo im Internet tun.

Es ist auch keine Paranoia und schon gar nicht lächerlich, wenn die Aufgabe grundlegender Prinzipien des Rechtsstaates kritisiert werden. Die Entscheidung welche Websiten gesperrt werden soll nämlich einzig und allein die Polizei treffen - von der richterlichen Überprüfung des Einzelfalles keine Spur! Derartiges ist der Polizei nur im Fall der unmittelbaren Gefahrenabwehr gestattet, aber eine KiPo-Seite im Netz - möglicherweise seit Jahren online - ist eindeutig keine unmittelbar abzuwehrende Gefahr.
Ja, ich weiß, es meldet sich Ihr Reflex, djron, und Sie wollen mir entgegenwerfen: "Aber es geht doch nur gegen KiPo-Seiten!"
Sicher, aber der Sinn eines Rechtsstaates ist u.a. mit allen Mitteln zu verhindern dass Unschuldige unter die Mühlen geraten - und zum Schutz der Unschuldigen gehört nunmal dass Prinzip der Überwachung der Exekutive durch die Judikative. Ein Richter wird eine KiPo-Seite sicherlich zur Sperrung freigeben, aber er würde eben auch Mißbrauch und Übereifer verhindern. Zudem gilt die alte Weisheit: "Wehret den Anfängen!"
Daraus folgt jeder Bürger, dem etwas am Rechtsstaat liegt, muss schon aus diesem Grund gegen die Leyen-Initiative sein.

An Paranoia leiden die Kritiker der Initiative keineswegs, die Befürworter scheinen dagegen an blindem Obrigkeitsglauben und kindlichem Trotz zu leiden - sonst würden sie die Argumente nachvollziehen und selbst Kritiker werden, statt polemische Tiraden herunter zu heulen.
Comment
von nait nait ist gerade offline | 16.5.2009 11:41 Uhr
Mein Beitrag zum Thema
Danke für diesen Beitrag!

Wir haben eine desillusionierte Jugend, die mit ihren Bedürfnissen zum großen Teil ignoriert wird und in der großer Unmut herrscht.
Themen wir z.B. die Erhöhung des Renteneintrittsalters, die fortwährende Veringerung von Staatsleistungen oder die Beschneidung der Freiheit bewegen die jungen Leute.

Dieser Unmut ist Real und offenbart sich im kleinen bei Fällen wie der Paintballdiskussion.

Die Politiker müssen auf diesen Unmut Acht geben und mit den jungen Leuten zusammen Lösungen finden.
Wen die Politiker diese Stimmung weiter ignoriert steigt die Gefahr, dass irgendein Auslöser zu ähnlichen ziellosen Protesten wie in Frankreich führt.

Bei den momentaniegen Diskussionen geht es jedoch nicht nur um ein paar Verbote und Maßnahmen, es geht um Willkür und massive Eingriffe in unser Grundgesetz.
Das sollte uns alle bewegen.
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von freidenker freidenker ist gerade offline | 16.5.2009 13:02 Uhr
@ nait
Kluger Beitrag!
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von aton aton ist gerade offline | 16.5.2009 13:26 Uhr
„Placebo-Politik“ der großen Parteien ....
Ashma el ... und ferner, auch sogleich noch Schluss mit den Lügen zu HIV/angeblich AIDS - den anderen schwersten Vergiftungen durch die Pharmaindustrie - dem Völkermord durch die toxischen Impfstoffe und all jene Lügen, die den antiquierten Geistern der Willkür in Politik, Medien & Bürokratie, die die Grundgesetze mit den Füßen treten um sich die Taschen in Ruhe vollzustopfen, handeln!!
"Nein, es handelt sich nicht um einen Generationenkonflikt, sondern um eine Ablehnung der ausufernden Vorschrifteritis durch Politik. Politiker gebärden sich immer mehr wie die Super-Nannys der Nation, und wenn der Bürger nicht brav ist, muss er auf die "stille Treppe". Gleichzeitig wird der Bürger abgezockt bis zum letzten."
"Kinder" räumt damit auf - gewaltfreier und ungebrochener Ungehorsam wird verlangt - denn wenn die Welt überleben soll, dann garantiert nicht nach dem Muster von Anno-dudel-Pfingsten!
Wenn der Staat Terror ausübt, dann sind das "GUTE WAFFEN" FUER den Krieg .. wenn sich Jahrzehnte/Jahrhunderte lang gequälte und geschundene Menschen erheben und sich nicht mehr unterdrückten lassen, dann ist DAS Terror mit "SCHMUTZIGEN" Waffen! Wie kann soetwas so fatal unsinnig gesehen werden .. es geht hier nicht um "GUTE" & "BOESE" Bomben, sondern um das Ende einer Gewaltherrschaft der Bevormundung und Diskriminierung durch Regierende, die sich so weit vom Volk entfernt haben, so dass sie einfach NICHT WISSEN WAS SIE da noch tun, oder was sie entscheiden! Nicht die PC-Spiele, sondern vorrangig Pharmaindustrie und eine völlig desolate Alkoholiker-Gesellschaft verantworten die Ursachen von Gleichgültigkeit, Desinteresse und immer mehr abgebrühter Brutalität - eine herzlose "Erziehung", das Nächste - die Verdummung durch die Medien!
Staat & Macht sind WIR - WIR sind das Volk und dazu sollte aufrichtig und selbstverantwortlich gefunden werden!!!
"Ein guter Staat stuetzt sich auf klare Freidenker, mit Ethik, Moral, und Idealen." LOVE & LIGHT & POWER ATON-life-8-berlin Ralf
Comment
von djron djron ist gerade offline | 16.5.2009 16:04 Uhr
@ wonko, @ viminal
Zunächst zu carechild: Ich finde es gut, dass dies versucht wurde, nur gebracht hat es ebensowenig. Oder ist jetzt KiPo im Internet schwerer zu finden als vorher? Also wenn es auch nichts bringt so wie angeblich der Vorschlag von der Leyens, warum dann machen?
Nicht falsch verstehen, ich finde es gut, wenn man alles ausschöpft, was man an Möglichkeiten findet, um KiPo im Internet so schwer wie möglich zu machen. Verhindern kann man es nicht, weder Carechild noch von der Leyen, aber man sollte doch jede Möglichkeit nutzen, um den Zugang zu erschweren. Ich kann daran nichts Negatives finden.

@ viminal: Wenn es ihnen so am Herzen liegt, dann soll von mir aus gerne ein Richter mitentscheiden dürfen, wobei ich eigentlich dachte, dies wäre so. Allerdings aus dieser Initiative einen Angriff auf den Rechtsstaat zu drehen, ist in meinen Augen an Paranoia schon nicht mehr zu überbieten! Es ist schlicht und ergreifend lächerlich! Das hat nichts mit Polemik oder sonst etwas zu tun. Es sind doch immer die gleichen Probleme wie bei der Vorratsdatenspeicherung, der Online-Durchsuchung etc. Die Argumentation ist immer die Gleiche. Es wird behauptet, das sei alles unsinnig und dann sucht man nach irgendwelchen Gründen, die angeblich hinter dieser Initiative stecken. Dann kommt wieder das ganze Blabla von wegen der Rechtsstaat wird ausgehölt, jeder Polizist könnte dann alles Gesehene, Gehörte mißbrauchen blablabla. Es ist immer das gleiche Schema und es ist ein Witz!

Ja, wir sollten gegen KiPo alles tun, was wir an Mitteln zur Verfügung haben!
Ja, wir sollten dafür Grundrechtseinschränkungen hinnehmen, so wie wir jede Ampel, die Rasenmäherverordnung und den Leinenzwang für Hunde als Grundrechtseinschränkung hinnehmen!
Ja, die Pharmaindustrie ist genauso schuld wie Dr. Wolfgang!
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von viminal viminal ist gerade offline | 16.5.2009 16:57 Uhr
djron: "...wobei ich eigentlich dachte, dies wäre so"
Also keine Ahnung von nichts, aber trotzdem schlauer als die anderen.

Und ja, es liegt mir am Herzen - weil ich nicht will das wegen Beamtenwillkür unschuldige Websiten gesperrt und rufmäßig gemordert werden, genausowenig wie Sie wollen das wegen Beamtenwillkür mal eben Ihre Wohnung auf den Kopf gestellt wird.

Und ja, es sind die gleichen Probleme wie bei anderen "Sicherheits"-Initiativen unserer Politiker - aber leider ist das kein Witz sondern bitterer Ernst. Bestenfalls zeigt dies nämlich wie inkompetent viele Politiker sind, schlimmstenfalls wie wenig diese hinter den Prinzipien des Grundgesetzes stehen.
Aber gut, es ist kein Angriff - dann sagen Sie mir doch bitte warum auf eine richterliche Überprüfung der Sperrverfügung verzichtet werden soll. Erklären Sie es mir warum die Politiker das wollen, wenn es doch kein Angriff auf dieses Grundprinzip des Rechtsstaates sein soll. Notwendig ist die Übergehung der Judikative nämlich nicht, so schnelllebig ist das Netz auch wieder nicht.

Außerdem möchte ich Ihnen noch folgenden Gedankengang nahelegen: Es ist richtig wenn Sie sagen, wir sollten gegen KiPo alles tun, was wir an Mitteln zur Verfügung haben! Es steht aber zu befürchten dass sich die Regierung wie schon in anderen Bereichen, auf den Sperren ausruhen wird - heißt eben nicht mehr Geld und Personal für jene Polizeistellen die nicht nur Vorhänge aufmachen, sondern aktiv Kinderschänder jagen.
Und wahrscheinlich wäre in der Endbilanz sogar jeder Cent der in die "Sperre" fließt bei der aktiven Jagd auf Kinderschänder besser investiert.

Ja, wir sollten dafür Grundrechtseinschränkungen hinnehmen, so wie wir jede Ampel, aber doch nur wenn es auch was bringt und vor allem - wie die Ampel und der Leinenzwang - dem Recht und Gesetz folgt.
Ihr Vertrauen in die Rechtschaffenheit und das Können der Politiker in allen Ehren, aber die Geschichte zeigt das dies Fehl am Platz ist ... aber dann wieder: Sie sagen ja selbst dass Sie nur auf das Etikett gucken.
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von knutwilli knutwilli ist gerade offline | 16.5.2009 16:20 Uhr
wer sich nicht um die Junged kümmert, wird sie verlieren
Das Thema hat wieder einmal mehrere Facetten, die munter tendenziös vermischt werden.

1. Die Internetsperre ist ein unerträgliches Ermächtigungsgesetz für Gegner des Grundgesetzes

dazu zähle ich Ursula v.d L. und den Herrn Bundesminister Schäuble

Die Bekämpfung der Kinderpornographie ist leider ein nur vorgeschobenes Argument, um den Allmachtsstaat durch dieses neue Ermächtigungsgesetz trickreich durch die Hintertür durchzusetzen.

die betroffenen jungen Menschen können das noch nicht so richtig einordnen, fühlen aber die Verlogenheit sehr intuitiv.

Gerade die niedersächsische CDU mit dem Innenminister Uwe Schünemann hat erhebliche Altlasten mit der Unterlassung von Aufklärung im Bereich der Pädophilie und Kinderpornografie unter dem Partei-Teppich.

Wenn das alles mal redaktionell aufgearbeitet werden könnte.

Aber leider hat es die mutigen unter den NDR-Redakteuren bereits alle erwischt.
Ich finde heute keinen mehr davon im NDR-Funkhaus wieder.
Man könnte es die neue Form von CDU-Berufsverboten nennen.

Wer diese Erinnerungen hat, freut sich ungemein auf den Sturm der Entrüstung von Seiten der unmutigen Jugend.

mag auch manches genutzte Argument daneben liegen.
Vom Grundgefühl liegen die aber goldrichtig.

Ich wollte meine Stimme als Senior auch zur Petition dazutun, kam aber wegen des überlasteten Servers nicht dazu.

Also bitte immer noch eine Stimme hinzuzählen, die ich leider nicht abgeben konnte.
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von feihung feihung ist gerade offline | 16.5.2009 16:40 Uhr
Hm
"Ja, wir sollten gegen KiPo alles tun, was wir an Mitteln zur Verfügung haben!
Ja, wir sollten dafür Grundrechtseinschränkungen hinnehmen, so wie wir jede Ampel, die Rasenmäherverordnung und den Leinenzwang für Hunde als Grundrechtseinschränkung hinnehmen!"

Tja, da dürften wohl viele Menschen anderer Meinung sein (auch ich). Dieser Satz aus dem Artikel: "Gleichzeitig gibt sich die Regierung mit den geplanten Sperren ein Instrument in die Hand, um Inhalte jedweder Art zensieren zu können." sollte bei jedem bürger, der an Freiheit und Rechtsstaat glaubt, sofort sämtliche Alarmglocken klingeln lassen. Alles andere ist grenzenlos naiv. Das gibt übrigens auch von der Leyen selbst zu. Sie sagt: Kinderpronografie sei als (zu zensierendes) Themengebiet klar abgrenzbar. Sie könne aber auch nicht sagen, was künftige Bundesregierungen "für Wünsche und Pläne entwickeln" - die dann aber auf dieses geänderte Gesetz ohne Probleme zurückgreifen können. Es gilt, den Anfängen zu wehren.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 16.5.2009 17:11 Uhr
Btw.
Man hat das in Grossbrittannien gesehen, wo Demonstranten per Gesetzen willkuerlich verhaftet wurden, die "fuer die Terrorbekaempfung" erlassen wurden.
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von berggeist berggeist ist gerade offline | 16.5.2009 16:45 Uhr
Der Konflikt bleibt aus, ...
denn nach den Wahlen kommt die Fahrt in einen tiefen, finsteren Keller, in dem alle wieder mal auf den Teppich kommen, selbst die größten Großkotze. Ganz klein, bescheiden und kümmerlich werden sie dann alle sein und um ihre blanke Existenz kämpfen. Das macht uns allen Hoffnung, denn dann wird der Mensch wieder normal, wird so wieder aus dem jetzigen Unmenschen zum Menschen.

Berggeist
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von kenny kenny ist gerade offline | 16.5.2009 16:45 Uhr
@djron
"Ja, wir sollten dafür Grundrechtseinschränkungen hinnehmen, so wie wir jede Ampel, die Rasenmäherverordnung und den Leinenzwang für Hunde als Grundrechtseinschränkung hinnehmen"

Das zu vergleichen, ist nichts anderes, als billigste polemik. sind sie vielleicht in der politik?
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von djron djron ist gerade offline | 16.5.2009 17:50 Uhr
@ feihung
Ich habe es in Bezug auf andere Dinge schon mehrfach gepostet, wenn eine Regierung die Rechte ihrer Bürger mit Füßen treten will, dann tut sie es einfach! Wenn eine Nachfolgeregierung das Internet, die Presse, sonstwas zensieren, abhören, umbringen möchte, dann tut sie es und stellt so etwas nicht zur Debatte ins Parlament oder in die Öffentlichkeit! Wenn Dr. Wolfgang an ihre Urlaubsfotos möchte, dann macht er das! Er sucht sich nen IT-Spezialisten oder nen paar Einbrecher und guckt sich ihre Urlaubsfotos an! Oder mißbraucht ihre Daten oder sonst etwas! Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wenn jetzt "kein Fuß in die Tür gesetzt" wird, dies später für eine eventuell verfassungsfeindliche Regierung unmöglich ist einfach durchzuführen?!

Hier werden Ängste geschürt, aus welchen Gründen auch immer! Der Überwachungsstaat wäre technisch heute nicht mal eine große Herausforderung. Wenn der Staat ihn wollte, dann wäre er da und würde nicht im Parlament den Volksvertretern zur Diskussion gestellt!

@ kenny: Wenn ich an einer roten Ampel stehen muß, ärgert mich das mehr, als wenn ich eine KiPo-Seite nicht betreten kann, insofern haben sie vielleicht sogar Recht! Böse Ampel!
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von viminal viminal ist gerade offline | 16.5.2009 21:13 Uhr
Also djron, was Sie prinzipiell sagen:
Gegen eine Tyrannei wäre Widerstand sowieso zwecklos - also einfach hinlegen und Beine srpeizen.

Da unsere Regierung aber keine Tyrannei ist (Ihrer Meinung nach), ist sie edel, hilfreich und gut. Außerdem ist sie kompetent und weiß alles so gut daß der Bürger es nicht besser wissen kann. Das heißt alles was unsere Regierung macht ist gut und richtig und muß, braucht, kann nicht kritisiert werden. Also als Bürger einfach hinlegen und Beine spreizen.
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von knutwilli knutwilli ist gerade offline | 16.5.2009 17:51 Uhr
wo sind Journalisten noch frei ?
wer traut sich in der Politik, denn dem Staatsanwalt aus Mühlhausen/Thüringen einen besseren Job zu verschaffen ?
Der Mann wurde strafversetzt, weil erfolgreich die Marbella-Connection (kriminelle GmbH-Bestatter) aufdeckte und Verurteilungen der Köpfe in der Bande durchsetzte.

Wurde evtl. ein krimineller Bauträger mit guten politischen Verbindungen bei der Planung des nächsten gefingerten Konkurses gestört ?

Wer in der Politik beruft die ehemalige Staatsanwältin aus Bochum in eine Position, wo diese eiserne Frau demokratische Gerechtigkeit durchsetzen darf ?

Das Internet bietet Möglichkeiten als Journalist dahin auszuwandern, wo keine 27. Pressekammer mit Richter Mauck die Aufklärung der interessierten Öffentlichkeit mit hohen Streiwerten zu teuer werden läßt.

.......
und ohne Kinderpornosperrentechnik können diese unkontrollierten Journalisten mit Wohn- und Arbietssitz im Ausland nicht unterdrückt werden.

Merkt ihr denn nicht wo die hinwollen ?

Der Schreck der Scene hat andere Namen:
Internet-Zeitung SAAR-ECHO - ein frustrierter Alt-Journalist verlegte seinen Wohnsitz ins französische Elsaß und schrieb zuviel aufklärerisches Zeug.
Als man herausfand, daß sein technischer Provider in Deutschland sitzt, schickte man die Strafbefehle an den.
Der bekam kalte Füße und das Problem war weg.
Noch bevor sich der Herausgeber neue Provider im sicheren Ausland suchen konnte, verstarb er.
Das war damit erstmal vom Sorgentisch der Politiker.

Dann fing doch ein politisch rücksichtsloser Jugendlicher an und beschrieb seinen Eintritt in die SPD.
Das Ding nannte er www.mein-parteibuch.de

So oft wie der vor Gericht stand, war ein Weltmeistertitel aussichtsreich.
Nun ist der auch abgetaucht und der Server steht in Malaysia.
Das Nachfolgemodell hat eifach den Namen geringfügig abgeändert. Statt .de steht am Ende ein .com.
Jeder vermutet den gleichen Akteur, kann das aber wegen fehlendem Impressum das nict nachweisen.
Schei....
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von pizza pizza ist gerade offline | 16.5.2009 18:10 Uhr
Sanktionen
Das einzige was gegen Kinderpornographie hilft sind absolute Wirtschaftssanktionen gegen die Staaten in denen die anbietenden Server stehen. Aber dazu ist diese Regierung zu feige.
Warum hier Paintball-Spieler mit Online Schmarotzern in einem Topf geworfen werden kann ich aber auch nicht nachvollziehen. Die Herren Piraten werden ihr Brot wohl nicht mit Software oder anderen verlustfrei kopierbaren Werken verdienen. Eine oft geforderte Kulturflatrate halte ich für eine Katastrophe! Das wird wie die GEMA werden, der Verein in dem sich ehemals bekannte Komponisten Deutschlands durch merkwürdige Verteilungsschlüssel und Pauschalabrechnungen mit vielen Radiosendern die Taschen auf Kosten der anderen Mitglieder vollstopfen. Als Rechteinhaber einer alten Produktion habe ich auf einem Online-Store Testkäufe getätigt die niemals in meinen GEMA Abrechnungen aufgeschlüsselt wurden. Trotzdem befürworte ich (obwohl auch ich Online Petitionen unterzeichne und gegen Paintballverbote bin) Alternativen wie den iTunes Musicstore. Dieser hat mich immerhin dazu gebracht neue Musik wieder zu entdecken, zu schätzen und zu kaufen nachdem ich über die Zeit ein absoluter CD-Muffel wurde. Ich bin übrigens Tontechniker und beruflich durch schlechte Musiker und miese Filme geschädigt, was dazu führt das ich mein Leben bis auf wenige bewusste Momente OHNE die "Künste" anderer Menschen in wunderbarer Stille geniessen möchte. (Schluss mit OT) Eins aber ist mir ganz klar: das Bewusstsein für neue Parteien ist gekommen, den Volksparteie, Grünen, FDP, Linke etc. kann ich nur noch eines wünschen: einen bitte stilvollen Abgang. Europa braucht kommende Kräfte wie die Newropeans oder die Piratenpartei und endlich eine neue Partei die auf wissenschaftlichen und sozialen Grundlagen verantwortungsbewusst ohne Lobbyismus arbeitet. Reaktionäre zensurwütige Volksvertreter und deren Berater ohne Kenntnisse des Internets sind nicht nur peinlich sondern auch gefährlich.
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von tulum tulum ist gerade offline | 16.5.2009 18:25 Uhr
Überwachungsstaat
1. Orwells 1984 ist endgültig angekommen.
2. Die Parteien verlieren langsam jede Berechtigung das Volk zu regieren wenn sie sich wie jetzt ignorant verhalten.
3. Und letztlich sind die aktuellen Probleme eine Sache von allen Generationen, denn es ist ein Märchen das die ältere Generation nicht wüsste bzw. nachvollziehen könnte was so abgeht in der heutigen Zeit.
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von eagle68 eagle68 ist gerade offline | 16.5.2009 20:07 Uhr
ab 50?
Unfug, ich bin mitte 50 und mir geht diese ganze Ignoranz und Zensurwünsche der Regierungen auf den Senkel. Wo sind denn echte Konzepte? Ich muss meinen Kindern Millarden an Staatsschulden hinterlassen weil dieser Staat nicht in der Lage ist seinen Haushalt in Ordnung zu halten und dann soll ich mich auch noch als Kinderschänder beschimpfen lassen weil eine Familienministerin weder die 3-Gewaltenteilung kennt noch Kirche und Staat unterscheiden kann?
Vom Glauben wird keiner satt, aber von Fortschritt, Innovationen und Bürgern die Spass haben in dieser deutschen Staatsgemeinschaft zu leben. Ich bin doch kein dummes Kind nur weil ich mir andere Vertriebskonzepte ausdenke weil die alten nicht mehr in die heutige Zeit passen und Kinderpornos gelöscht haben will statt populistisch ausgewertet.
Gehts noch?

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