Aachener Gangster : Fluchthelfer schon vor Ausbruch im Visier der Fahnder

Kurz vor der Flucht der beiden Schwerverbrecher Michalski und Heckhoff aus dem Aachener Gefängnis hatte deren mutmaßlicher Helfer die Aufmerksamkeit des Staatsanwalts geweckt. Dabei ging es aber nicht um den spektakulären Ausbruch.

AachenDer Aachener Vollzugsbeamte, der wegen Fluchthilfe festgenommen wurde, war wahrscheinlich schon vorher in kriminelle Machenschaften verwickelt. Zehn Tage vor dem Gefängnisausbruch von Michael Heckhoff (50) und Peter Paul Michalski (46) seien gegen den Mann Ermittlungen wegen Bestechlichkeit eingeleitet worden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

"Der Beamte soll in Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit auf Veranlassung eines Gefangenen einen Geldbetrag von 200 Euro angenommen haben“, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Mittwoch.  Einen Zusammenhang zwischen der Geldübergabe und dem Ausbruch der beiden Schwerverbrecher gebe es nach aktuellem Ermittlungsstand nicht. "Zu welchem Zweck der Betrag übergeben wurde, ist zur Zeit noch nicht geklärt und Gegenstand weiterer Ermittlungen", sagte Deller.

Bevor die Anzeige offiziell bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sei, habe es Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft, JVA und Polizei zu dem Fall gegeben: "Zu diesem Zeitpunkt lagen ausreichend sichere Erkenntnisse, die sofortige Maßnahmen gerechtfertigt hätten, nicht vor", sagte der Behördensprecher.

Deller dementierte Medienberichte, nach denen der Vollzugsbeamte als "Köder" im Zuge von Ermittlungen gegen ein Drogenkartell benutzt und deshalb nicht suspendiert worden sei.

Der JVA-Beamte ist kein unbeschriebenes Blatt: Nach der Flucht eines Gefangenen 2006 bei einem Außentermin war gegen den heute 40-Jährigen und einen zweiten Bewacher schon einmal ermittelt worden. Man konnte ihnen damals aber nichts nachweisen. In rechtlicher Hinsicht spielt dieser Vorfall nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch keine Rolle mehr. (sf/dpa)

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